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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 7-8 (1876) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
7-8 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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126 Ich habe erneu Gruß zu bringen aus Norwegen, dem Lande der Mitternacht und der Mitternachts-Sonne. Die Zeit der Mitternacht, das ist eine trübe Zeit, und auch in geistiger Beziehung scheint die Mitternachts-Sonne vielfach trübe. So ist's in der Inden- Mission. Unser Land und Volk ist nicht mit der modernen Kultur beglückt. Die meisten Norweger können zwar schreiben und lesen, aber mit der sonstigen modernen Kultur sind sie nicht beglückt. Unser Volk ist, Gott sei Dank, im Ganzen ein orthodoxes Volk, nicht nur in Worten, sondern auch im Leben. In unseren Thälern und an unseren Ufern herrscht ein reges Christcnleben, wie sich das in der Wirksamkeit für die Heiden-Mission geoffenbaret hat, so daß cs nur sehr wenige Gemeinden in Norwegen giebt, wo wir nicht einen Missions-Verein für Heiden-Mission haben; aber, Gott Lob, auch für Juden-Mission besteht herzliche Theilnahme. Bei uns sind die meisten Freunde der Heiden-Mission auch Freunde der Juden-Mission, Freunde Israels, die da wünschen, daß dasselbe zu unserem theuren Glauben bekehrt werden möge. Es waren dieselben Männer, die mit der Heiden-Mission begannen, welche auch zuletzt für Israel arbeiteten. Sie standen lange Zeit allein, aber in den letzten sieben Jahren ist es ganz merkwürdig vorwärts gegangen, und Gott sei dafür gepriesen. Ich kann, liebe Brüder, Ihnen die freudige Nachricht geben, daß Ihre Missionare in Norwegen treue Fürbeter haben. Der Herr hat große Dinge gethan. Ich will einmal erzählen, wie es da bei uns gegangen ist. Vor sieben Jahren ungefähr vereinigten sich die wenigen Freunde Israels zu einem Central-Comito, mit dem Zwecke, das Interesse der Freunde der Heiden-Mission auch für die Mission unter den Juden zu erwecken. Für diesen Zweck haben wir ein Missionsblatt herausgegeben und Circulare ringsum in das Land gesendet an jeden Pfarrer und an jeden Missions-Verein, in welchen die Sache der Mission unter Israel den Lesern recht an's Herz gelegt wurde. Dazu habe ich durch Gottes Gnade das Land zum größten Theil durchreisen können und den Leuten gesagt, wir müssen auch für Israel mitbeten und arbeiten. Dann sagten die Leute überall: Ach, es ist wunderbar, daß wir nicht daran gedacht haben und nicht daran erinnert worden sind. — Norwegen war das letzte Land, welches die Thür für Israel eröffnete; vor etwa 15 Jahren war es den Juden noch nicht erlaubt, nach Norwegen zu kommen;

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