Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 7-8 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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127 aber jetzt lieben unsere Missionsfreunde auch Israel. Ich will zum Schlüsse noch ein Wort davon sagen, wie wirklich bei uns die Laien vorangegaugen sind und zwar besonders die einfachen frommen Leute, welche im Kämmerlein aus den Knieen vor dem Herrn lagen. Ich kenne Leute, die aus vollem Herzen gesagt haben: Ich würde gern vor Jedermanns Thür gehen und für Israel betteln, daniit die Sache des Herrn unter Israel wachse und gedeihe. Einfache Leute sind es oft gewesen, die zu den Predigern kamen und sagten, sie müßten auch für Israel beten, nach dem Worte des Herrn: Gehet hin zu allem Volke. Ein ganz rührendes Beispiel muß ich endlich noch erzählen. Der liebe Präsident unseres Central-Comitö's, Professor Caspari, machte eine Reise und kam, selbst ein bekehrter Jude, — (von dem im ganzen Lande wir dann den größten Segen empfangen haben, und darum wollen wir auch Israel segnen) — in ein Gasthaus. Da hatte die Tochter des Gastwirths eine Missiousbüchse vor der Thür aufgehängt, und auf dieser Büchse stand in norwegischer Sprache: Hast Du ein Scherflein übrig, Freund, So leg's für Jakobs Hoffnung ein; Doch hast Du nur Gebet, so töne Es auf zum Herrn für Jakobs Söhne. Und die Missionsbüchse war nicht leer, und, liebe Brüder, ruft auch Ihr den Freunden Israels dieses Verslein zu, und ich hoffe, daß das Interesse für Israel dann vorwärts gehen wird." Pastor Schwarz fährt dann fort: „Der bescheidene Mann hat in diesem kurzen Vortrag verschwiegen, daß wesentlich er selbst es gewesen ist, der den norwegischen Missions-Verein für Israel in's Leben rufen durfte. Seine Mutter war nicht nur stets eine treue Helferin in der Arbeit für die Inden-Mission gewesen, sondern hatte von jeher zu den Wenigen gehört, welche Israel auf betendem Herzen trugen. Die Gebete ihres Herzens sollten reiche Frucht bringen, und zwar hauptsächlich durch ihren eigenen lieben Sohn. „Nie", so berichtet er selbst, „werde ich ihre Thränen vergessen, wenn von Israels Schicksal die Rede war, und wie sie zu sagen pflegte, daß sie gern von Thür zu Thür für Israel betteln wollte. Schon im Jahre 1859 habe ich denn auch als Schulknabe 2 lj.i Pfund Sterling für die Londoner Juden-Missionsgesellschaft unter den Schülern der ersten Klasse meines Gymnasiums zusammenge-