Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 7-8 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Reiiihold früher oft meiner Mutter Gefälligkeitswechsel gegeben. Ich dagegen habe lediglich diese Wechsel in den Banken realisirt; ob sie aber gefälscht waren, kann nur meine Mutter sagen; jedoch hat früher Niemand eine derartige Klage erhoben. Daß ich aber bei meiner Abreise die Goldschmiede nicht befriedigen konnte, ist leicht erklärlich. Meine Lage war damals eine sehr kritische; da ich von allen Seiten von Feinden umringt war, mußte ich eilends aufbrechen. Meine Mutter aber (die ja das Vermögen des Sohnes in Händen hatte) hatte mir versprochen, alle meine Schulden zu bezahlen, und hätte das auch ohne Zweifel gethan, wenn sich mein Schwiegervater nicht dreingemischt hätte. Die Goldarbeiter aber haben erst dann ihre Klage eingereicht, als sie durch meinen Schwiegervater erfahren hatten, daß ich zum christlichen Glauben übergetrcten sei. Von der Klage des Herrn Raps habe ich in Köln gehört und ihm sofort 210 Fl. geschickt, die Ohrringe einzulösen. Das betreffende Geld habe ich von den Pastoren erhalten, welche diese Summe zusammenlegten. Was aber die Prätensionen des Herrn Zipper in Betreff der Ringe anlangt, so hat schon früher mein Schwager, den Herrn befriedigen zu wollen, versprochen." Aus den vorgelegteu Briefen ergiebt sich, daß die Pastoren in Köln Herrn Goldstern herzlich liebgewonnen haben; denn dieselben haben sich nicht nur um ihn gekümmert und sich alle Mühe gegeben, ihn auszubilden, sondern Pastor Bonnet ist selbst, als Goldstern eingekerkert wurde, nach Lemberg gekommen und hat alle Schritte gethan, das Loos des Gefangenen zu erleichtern. Die Zeugen Raps und Süß (Juden) sagen aus und beschwören, daß Goldstern die Ohrringe nicht gekauft, sondern nur genommen habe, um sie seiner Frau zu zeigen und sie nach zwei Tagen zurückzustellen, daß er dann ein Paar zurückgegeben, das andre behandelt und gekauft habe. Ebenso sagt Zipper in Betreff der Ringe aus. Die Bankbeamten: der Direktor, der Herr Lazarus und Herr Joles, erinnern sich, daß der Angeklagte Wechsel zum Diskontiren gebracht, immer aber das Geld im Namen seiner Mutter empfangen habe. Zeuge Reinhold erklärt, daß er der Mutter oft Gefälligkeitsaccepte gegeben, ja selbst nichts dawider gehabt habe, wenn sie ihn auf dem Accepte unterschrieb. Die Mutter aber hat jedesfalls alle Verantwortlichkeit betreffs der Wechsel auf sich ge-