Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 7-8 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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121 selbst die dortige Küche konnte ich nicht vertragen. Ich begab mich daher durch die Wallachci und Ungarn nach Pesth, mit einem Schreiben an Herrn Pastor König in Pesth versehn, durch dessen Vermittelung ich auch Hernachmals eine Stellung bei der Eisenbahn erhielt. Als ich dann meine Frau nach Pesth gerufen hatte, lebte ich von meinem Gehalte als Eisenbahnbeamter. Nach nicht langer Zeit mußte ich jedoch meine Stellung aufgeben, weil im dortigen Eisenbahndienst die mir fremde ungarische Sprache eingeführt wurde. Auf den Rath meines Versorgers und Freundes, Pastor König, ging ich zuerst nach Breslau und wandte mich an Pastor de le Roi daselbst (hier verblieb Goldstern nun einige Monate im Unterricht, da aber die Mittel dieser Station nicht zureichten, so vermittelte P. de le Roi seine Aufnahme in Köln). Von Breslau siedelte ich nach Köln über, wo ich getauft wurde. Meine Freunde riethen mir, mich auf das Studium der Theologie zu legen. Zu diesem Behuf bin ich in das Missionshaus zu Barmen eingetreten und dort bis zu der Zeit, als man mich vor das hiesige Gericht citirte und mich (mitten im strengsten Winter) nach Lemberg eskortirte, geblieben. Nach dem Tode meines Vaters war mir und meiner Schwester die Hinterlassenschaft desselben zugefallen; den Erlös derselben, 8—9000 Fl., übergab ich meiner Mutter zur Verwahrung und um mir, wenn ich das Geld gebrauchte, es zurückzustellen. Mein Unglück aber, die 5 Monate Gefängniß, welche ich zu erleiden gehabt habe, schreibe ich allein dem Fanatismus meines Schwiegervaters Berufeld zu. Denn erst, als er meinen Wunsch, ein Christ zu werden, nicht mehr vereiteln konnte, und nun fürchtete, daß auch seine Tochter zu dem gleichen Schritte verleitet werden würde, hat er seine Anklage gegen mich erhoben. Auf besondere Befragung des Präsidenten (der übrigens in der ganzen Verhandlung Herrn Goldstern nicht ein einziges Mal mit dem Namen „Angeklagter" anredete) äußerte sich der Verklagte: „Die Ohr- und Fingerringe habe ich bei den Goldschmieden in der Weise entnommen, daß ich mich verpflichtete, die Summen ratenweise abzuzahlen; dieselben gingen aber hierauf ein, weil sie mich und meine Verhältnisse kannten. Wenn diese Leute die Sache jetzt anders darstellen, so thun sie cs nur unter dem Einflüsse meines Schwiegervaters. Was die Wechsel betrifft, so hat Herr