Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 7-8 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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sagten: Wie konnten Sie uns so verlassen, ohne uns davon zn benachrichtigen, daß wir so lange Zeit ohne Ihren köstlichen Unterricht sein sollten? — Wie oft aber haben die Juden mir gegenüber das Wort „Compromiß" gebraucht. Sie sagten: Nun gut, die Sache ist ganz einfach. Sie müssen etwas nachgeben und wir gleicherweise. Wir wollen anerkennen, daß Jesus ein großer und edler Reformator und ein großer Wohlthäter der Welt war; Sic müssen uns frei lassen und von uns nicht verlangen, daß wir die Dreiheit in der Einheit und die Einheit in der Dreiheit glauben. — Solch einen Compromiß würden sie gern eingehen. Ein Missionar aber darf sich nicht täuschen lassen! — Auch bin ich manches Mal und recht bitter getäuscht worden, weil ich glaubte, daß Beweise, einfache und logische Beweise einen Menschen überzeugen und ihn auf die Kniee zu den Füßen des gekreuzigten Heilandes Jesus Christus bringen könnten. Ja, in dieser Erwartung bin ich getäuscht worden; das gestehe ich bereitwillig ein. Wie manches Mal hat mir der HErr in seiner großen Gnade und durch seinen heil. Geist wundervolle Siege in Beweisführungen geschenkt; niemals aber habe ich einen Menschen von dem starken und gewaltigen Schwert des Wortes in der Art niedergeworfen sehen dürfen, daß der Erfolg des Sieges der gewichtigen Beweisführung hätte zugeschrieben werden dürfen. Aber es ist wunderbar zu sagen, wenn ich mich niedergebeugt fühlte und mich selbst zu fragen begann: „Ist cs der Wille des Herrn, daß du an dieser Stelle stehst, oder ist cs die rechte Zeit, das Evangelium von der Gnade dem jüdischen Volk als Volk zu verkündigen?", dann erwachte in meinem Herzen der Gedanke: „Nachdem der Herr mir so wunderbare Zeichen geschenkt hat, würden, wenn ich nunmehr schweigen wollte, gewiß die Steine reden". — Eines Morgens kam ich in Bukarest, wo die Botschaft von der Gnade keine warme Aufnahme gefunden hatte, weil die Leute verhärtet waren, zuletzt zu einer Werkstatt, in der sich einige Juden befanden. Sie wünschten mit mir nicht über den Erlöser zu sprechen. Dennoch sagte Einer zu mir: Ich will Ihnen aber etwas sagen, gegenüber befindet sich ein Mann, der vielleicht mit Ihnen sprechen wird. So ging ich denn. Er wußte, was ich von ihm begehrte. Ich fand ihn in seiner Werkstätte beschäftigt. Das Resultat unserer Begegnung war, daß er mich um ein Neues Testament bat. Ein junger Rumünier, der die Juden