Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 7-8 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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106 mit willigem Herzen und Geist, so wird ihr je und je die Erfahrung zu Theil: „Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen Alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen". Ja, so sprechen wir aus der eignen Missionserfahrung heraus, und nachdem wir das Feld überblickt haben, auf dem wir arbeiten; die Judenmission unserer Tage läßt uns freudig und kühn ausrufen, was Paulus im Angesichte Noms ausrief: „Ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht!" Vom Iahrcsfest -er Londoner Äudenmission. Am 5. Mai beging die Londoner Gesellschaft für Israel ihr 68. Jahresfest in der bekannten großen Exeter-Halle. Eine Reihe von Rednern trat mit verschiedenartigen Zeugnissen für das Werk des Evangeliums unter den Juden auf und bekundete, daß der christliche Glaubensmuth für die Arbeit auf diesen! Felde noch in keiner Weise erloschen ist. Im Gegcntheil konnte rnit Dank bekannt werden, daß noch in keinem früheren Jahre die evangelische Christenheit Großbritanniens die Sache der Judenmission mit einem so thätigen Eifer unterstützt habe: die für diesen Zweck 1875 gespendeten Liebesgaben haben die höchsten früheren Beträge überstiegen, und einige der bekanntesten Kathedralen öffneten sich den Predigern, welche dem evangelischen Volke Englands das Heil Israels an das Herz legen wollten. Ueberdem hat sich das wichtigste Gebiet, welches die Judenmission unserer Tage betreten kann, nämlich Rußland, der Londoner Gesellschaft erschlossen, und inmitten der 2,800/000 Juden dieses Reiches sollen von nun an die Boten derselben ihre Stimme erheben dürfen. Auch Marokko wird von ihren Missionaren fortan besucht, und so nunmehr fast im ganzen Norden Afrika's den dortigen Juden die frohe Botschaft von dem Messias nahe gebracht werden. Ueberdeni aber standen die Freunde Israels diesmal noch besonders unter dem mächtigen Eindrücke der Bewegungen, welche sich auf dem muhamedanischcn Gebiete Europa's und Asiens zu vollziehen begonnen haben, und mußten sich es selbst sagen, daß jene zukünftigen Entscheidungen, welche die heil. Schrift beider Testaincnte für Israel und Israels Land, in Aussicht stellt, um ein gutes Stück näher gerückt sind. Ganz Israel, das waren die Mitglieder der Gesellschaft bei ihrem Jahresseste aus ihren eigenen