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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 5-6 (1876) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
5-6 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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84 ein anderes Viertel ziehn sollten. Auf die Bitte der Bedrängten erhoben wir einen lebhaften Protest gegen eine so offenbare Ungerechtigkeit, und da wir den Gouverneur sehr saumselig im Eingehn auf unsre Bitten, daß doch Gerechtigkeit geübt werde, fanden, ließen wir ihn erfahren, daß wir die Sache vor einen höheren Gerichtshof bringen würden, wenn er bei seinem Borgehn beharrte. Das hatte den gewünschten Erfolg, und die Sache wurde freundschaftlich geebnet. Die Reformer, zu denen 15 Familienhäupter gehören, welche überdem meistentheils zu den leitenden Familien unter den Juden gehören, kamen endlich zu uns und erklärten uns, daß sie die Wahrheit, nach der sie eifrig forschten, finden möchten, daß sie aber auch eine Gemeinschaft zu bilden und einen Bund zu untersiegeln begehrten, in dem sie sich von Allem in ihrer Religion lossagten, was nicht auf das Wort Gottes gegründet wäre. Sie baten auch, in der Wahrheit unterrichtet zu werden, und daß eine Schule zur Unterweisung ihrer Kinder errichtet würde. Nach reiflicher Ueberlegung, und da wir sahen, daß die Bewegung nicht durch bloßen Parteigeist hervorgerufen war, sondern dem Verlangen, die Wahrheit zu erkennen, entstammte, willigten wir in ihre Bitte und errichteten eine Schule in einem Zimmer, das Einer aus ihrer Zahl dazu hergab, mit zwei Lehrern, einem Nestorianer und einem Juden. Die Schule ist gut besucht worden und auch den Sommer hindurch erhalten geblieben. Unterricht im Neuen Testament und in den Hauptlehren des Christenthums gehört ganz besonders zum Studienplan. Unter der Zahl derer, welche sich dieser Bewegung angeschlossen haben, befand sich ein angesehener Rabbi, der oft mit Anderen dem Gottesdienst in der Missionskapelle beiwohnte, und der bekannte, daß er schon seit einiger Zeit nach dem rechten Wege frage. Er ist seitdem gestorben, aber deswegen noch keine Abnahme in der Bewegung eingetreten — im Gegentheil haben seitdem mehrere Andere den Wunsch ausgesprochen, auch dem Bunde beizutreten. Die Sprache, welche die Juden in Urumiah, die dort etwa in der Zahl von 3000 vorhanden sind, sprechen, ist reichlich mit syrischen Wörtern versetzt, und beide Stämme können sich miteinander ohne viele Schwierigkeit unterhalten. Manche Juden wohnen den syrischen Predigtgottesdicnsten bei und verstehen Alles. Seit

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