Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 5-6 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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74 geachtet verlangen wir doch eins. Hierauf sprach er: Wenn die Wasser der Höhle Pameas (Quelle des Jordan) in Blut verwandelt werden. Und solches geschah auch. Als er nun sterben wollte, sprach er: Begrabt meinen Sarg tief in die Erde. Denn cs wird in Babel kein Baum sein, daran nicht ein persisch Pferd wird gebunden werden; und es wird im Lande Israel kein Sarg sein, daraus nicht ein medisches Pferd fressen wird. Ras sagt: Der Sohn Davids kommt nicht eher, als bis sich das gottlose (römische) Reich nenn Monate lang über Israel ansgebrcitct hat, wie geschrieben steht (Micha 5, 3): „Deßwegen wird er sic übergeben, bis die Gebärerin geboren hat, und seine übrigen Brüder werden zurückkehren zu den Kindern Israel". Ula sagt: Er (der Messias) mag kommen, aber ich will ihn nicht sehn; und so sagte auch Rabba. Rabbi Joseph aber sprach: Er wird kommen, und ich werde gewürdigt werden, zu sitzen unter dem Schatten von dem Mist seines Esels. Abai fragte den Rabba: Was ist die Ursach (daß du die Tage des Messias nicht sehn willst)? Er antwortete: Wegen der Schmerzen des Messias. Denn es ist eine alte Ueberlieferung, daß die Jünger des Rabbi Elieser ihren Meister gefragt haben: Was soll ein Mensch thun, daß er von den Schmerzen des Messias errettet werde? (Die Antwort lautete:) Er soll sich des Lesens der Schrift und barmherziger Werke befleißigen. Mar sagte hierauf: Siehe, bei uns werden die Schrift fleißig gelesen und Werke der Barmherzigkeit reichlich geübt; aber vielleicht mag unsere Sünde schuld sein, wie Rabbi Jakob, der Sohn Jddi sagt. Denn dieser macht einen Einwurf aus 1. Mose 28,15 (da Gott zu Jakob sagt): „Siehe, ich bin bei dir und behüte dich, wo du hingehest". Und gleichwohl steht bald darauf (K. 32, 7): „Jakob fürchtete sich sehr und ward ihm bange". Er fürchtete sich nämlich, er möchte eine Sünde begangen haben (daß Esau über ihn kommen sollte). Und so giebt's auch eine Ueberlieferung über die Worte (2. Mose 15, 16): „Bis dein Volk, o Herr, hindurchgekommen". Hierdurch wird der erste Auszug (aus Egypten) verstanden. „Bis dein Volk hindurchgekommen, das du erkauft hast"; darunter ist der zweite Ausgang (aus Babel) zu verstehn. Hieraus muß man nun schließen: Es ist den Israeliten zugedacht gewesen, daß ihnen bei dem zweiten Auszuge auch ein solches Zeichen geschenkt werden würde, wie bei dem ersten; aber die Sünde hat's verhindert. Und