Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 3-4 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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58 des Gekreuzigten und Auferstandenen. Für die Gegenwart hat er wohl manche Sorge, aber er möchte mit Paulus, und das auch wieder durch die eben niedergeschricbenen Zeilen, etliche reizen, daß sic sich selig machen lassen (Römer 11, 14). Im Uebrigen aber will er, aus der Erfahrung wissend, daß das Evangelium eine Kraft Gottes ist, die Juden zuerst selig zu machen und auch die Griechen (Römer 1, 16), darin anhalten, solche frohe Botschaft ihnen zu verkündigen, und mit Paulus seine christlichen Freunde anreden: „Liebe Brüder, meines Herzens Wunsch ist und flehe auch zu Gott für Israel, daß es selig werde!" Und die Verheißung steht fest: „Wo Zween unter euch eins werden aus Erden, warum es ist, das sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel!" Abyssinien. Missionar Flad, früher bekanntlich ein Prediger des Evangeliums unter den Falaschas, den Inden Abyssiniens, jetzt von Kornthal ans das badische und würtembergische Land als Judenmissionar bereisend, hat von den eingeborenen Missionaren in Abhssinien aus Djenda einen Brief empfangen, von dem hier ein Auszug folgt: „Lieber Herr Flad! Gnade sei mit Ihnen und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesu Christo. Sie wissen, daß der Grund und Boden, aus welchem das Dorf unserer Bekehrten erbaut worden ist, im vorigen Jahre verkauft wurde. Der neue Eigenthümer hieß uns den Platz verlassen, und so mußten wir uns in einem anderen Theile von Djenda Häuser erbauen. Unsere Tage gehen in Angst und Gefahr dahin, und wir schweben beständig zwischen Leben und Tod. 30 Straßenräuber hatten einen Bund gemacht, uns zu berauben und zu ermorden. Sie bildeten sich ein, daß alle unsere Kasten und Bücherkisten voll von Geld wären. Unser gnadenreicher Vater aber wachte über uns und machte alle ihre Anschläge zu Schanden. Unter solchen schweren Heimsuchungen befehlen wir unseren Weg dem Herrn und glauben, daß er aussühren wird, was Psalm 37, 5 geschrieben steht: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen". Vor allen Anderen ist ein eingeborener Christ unser Feind