Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 3-4 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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57 unter euch gesammelten Kapitalien und Reichthümer den Neid gegen euch erregt, und alle Ausschreitungen, die im Erwerbe von Geld und Gut unter euch geschehen sind, das erdenkbar härteste Loos über euch gebracht haben? Und verdienen deshalb solche Worte, die eure Propheten, euer Paulus und auch wir dankbare Jünger und Schüler desselben zu euch reden, nicht wenigstens eure Aufmerksamkeit und Ueberlegung? Es ist ja freilich dem natürlichen Sinn viel angenehmer, schöne Worte zu hören, die von „geistiger und materieller Mission" sprechen, aber ihr selbst habt durch euer Achten auf dieselben euch kein Heil erworben und noch den Dank keiner Zeit und keines Volkes durch die Art, wie ihr diese doppelte Mission auszuüben gelehrt wurdet, geerntet. Immer noch, so klagen vor euch dieselben Lehrer, welche euch ihren Gedanken und Meinungen folgen heißen, wolle man „das Judenthum selbst" in der Welt nicht anerkennen; sic bekennen euch auch, daß immer noch, und zwar seit einer Reihe von Jahren sogar wieder im steigenden Maße, sich die öffentliche Meinung vielfach gegen euch erhebe. Und da sich denn in der That von so vielen Seiten her dunkle Wolken sammeln, so könnt ihr es Jenen um so weniger danken, wenn sie euch dann stets wieder schnell „Friede, Friede" zurufen. Allerdings rufen nun jene eure falschen Freunde schon seit uralten Tagen „Rischus, Rischus", wenn irgend Jemand zu euch von Gefahren redet, die ihr auf euch herabbeschwört. Wo die religiösen' Lehren, die man euch lehrt, an der Hand der Schrift oder der Erfahrung untersucht werden, und wo man euch den klaren Spiegel dessen vorhält, wie eure Lage inmitten eurer ganzen Umgebung beschaffen sei, da müßt ihr alsbald noch immer das Geschrei hören, welches einst gegen euren Bruder Paulus erhoben worden ist (Ap.- Geschichte 21, 28): „Ihr Männer von Israel, helft, das ist der Mensch, der wider das Volk und das Gesetz und diese heilige Stätte alle überall lehrt!" Aber die so schrieen und das ganze Israel damals erregten, sind an demselben Orte untergegangen und haben ihr armes Volk, das ihnen gehorchte, in ihr Verderben mit sich hinabgezogen — das römische Schwert hat sie alle gerichtet. Der diese Zeilen schreibt, weiß es nicht, wie sie werden ausgenommen werden. Die endliche Zukunft Israels kennt er freilich: sie ist demüthige Anbetung im Staube zu den Füßen seines Heilandes/