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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 3-4 (1876) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
3-4 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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geworden. Er steht im Dienste des Empörers Ledj Ubh, bei dem er unö verklagte, daß wir eine Menge Teppiche und andere europäische Artikel hätten. Man sandte deshalb nach uns und hieß uns alle unsere Teppiche hcrbcischaffcn. Wir nahmen also unsere Teppiche, die wir aus Europa mitgcbracht hatten, um sie als unsere Betten zu gebrauchen, und mußten sie auslicfcrn. Wir hatten nun wohl auch einige Furcht, daß man uns in Ketten legen würde, aber Gott wachte über uns, so daß wir frei nach Hause kehren durften. Obwohl wir nun in Folge der Unsicherheit des Landes nicht im Stande waren, Missionsreisen zu machen, fuhren wir fort, die Falaschas in unserer Umgegend zu besuchen, und unterrichteten sic wie die eingeborenen Christen im Worte Gottes. Die Falaschas in unserer Nachbarschaft waren zugänglich. Manche Seelen unter ihnen haben ein offenes Herz für die Botschaft des Evangeliums. Dasselbe berichten uns die Brüder, welche in Dagusa und Alefa arbeiten; aber auch sie sind wie wir durch die Unsicherheit des Landes an Missivnsreiseu gehindert worden. Doch hoffen wir vor der Regenzeit einige Reisen machen zn können. Der Schulunterricht und die Sonntagsgottesdienste finden so regelmäßig statt, als es unter diesen unruhigen Verhältnissen irgend möglich ist. Ein sehr gelehrter Falascha, Debtera (Priester) aus Dagusa, hat offen seinen Glauben an den Herrn Jesum bekannt. Die Brüder aus Dagusa kamen mit ihm zn uns, und wir hatten gesegnete Tage miteinander. Unser Werk würde ohne Zweifel höchst ermuthigcnd von Statten gehen, wenn wir nur Friede und sichere Zustände hätten. Gegenwärtig thut Jeder, was ihm recht dünkt. Abyssinien wird nicht eher zu Frieden und Ruhe kommen, als bis es eine europäische Macht annektirt. Sollte eine solche Zeit kommen, dann würde auch die Falaschamission aufblühen. Unterdeß aber wollen wir nicht müde werden, das Evangelium zu predigen, wissend, daß die, welche mit Thränen säen, mit Freuden ernten werden. In der That, wenn wir nicht die innere Ueberzeugung hätten, daß unser himmlischer König Jesus Christus uns, seine schwachen Werkzeuge, hierher in dieses Erntefeld gesandt hat, und daß Er bei uns ist, würden wir verzagten Herzens werden. Aber Preis und Ehre sei Ihm, er tröstet uns mit seinem Wort: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib tödten und die Seele nicht mögen

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