Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 3-4 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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eine offene Bahn finden und zur Verwerthung für die Gesellschaft kommen wird". Hinsichtlich des anderen Punktes aber, d. h. der Anklage, daß zu viele Juden an der ungemeffenen Häufung des Kapitals in wenigen Händen mitwirkten und sich an der Spekulation, welche zu diesem Uebel führt, in zu großer Zahl betheiligten, findet sich nur bei Einem, bei Philippson einiges Eingehen auf die Sache. Er schreibt einmal an seine jüdischen Leser: „Daß unter den Börsenspekulanten, Gründern und Schwindlern eine Anzahl Juden waren, und zwar in einem das Bevölkerungsverhältniß übersteigendem Maße, muß zugestanden werden". Er erinnert ebenso, „daß viele Verfolgungen des Mittelalters darin ihren Grund hatten, daß Fürsten, Adel und Bürger einigen Juden verschuldet waren, und Jene davon sich frei zu machen suchten, indem sie die sämmtlichen Inden wenigstens aus ihren Kreisen ausrottcten." Und in trefflicher Weise wird diesen Ausführungen von demselben Manne hinzugefügt, „daß die Fluth des Judenhasses um so schneller verschwinden werde, je mehr die Juden aus dem Erlernten ernste Lehren ziehen und immer mehr auf solidem Grunde zu arbeiten und aufzubauen sich bestreben würden". Eine gerechte Vertheidigung der Ihrigen zu übernehmen, ist ja gewiß eine Aufgabe für die Lehrer und geistigen Führer der Juden. Mit vollem Rechte klagen sie viele ihrer Angreifer an, daß dieselben gewöhnlich Ausschreitungen und Verschuldungen einzelner Juden ihrer ganzen Gesammtzahl zur Last legen und aus derselben eine ganze Nation von lauter Betrügern, Wucherern und Gründern machen. Aber es ist freilich auch ein Unglück, daß die sich öffentlich aussprechenden Rathgeber unserer jüdischen Mitbürger genau denselben Fehler begehen, einen jeden Tadel, der gegen irgend einen Juden, oder gegen bestimmte schädliche Richtungen, die in größeren Kreisen unter ihnen hervortreten sollen, laut wird, gar zu leicht „einem allgemeinen Plane aus bestiminten Parteimotiven" zuschreiben. Denn so finden sie nur ein zu geneigtes Gehör bei den Ihrigen für die Schlußfolgerung, „daß daher auch für uns eine gemeinsarne Sache darin liegt". Die widerwärtigste Gehässigkeit, welche so viele Christen als einzige Waffe in ihren Kämpfen mit den Juden kennen und ge-