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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 3-4 (1876) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
3-4 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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48 zur Beförderung des Handwerks und des Ackerbaues unter den Juden in's Leben gerufen, welche sich redlich bemühten, die ihnen gestellte Aufgabe zu lösen. Heute nun sind auch die letzten Hcuininissc beseitigt, welche damals, als diese Institute entstanden, noch vorhanden waren, und nichts steht in den meisten civilisirtcn Ländern mehr im Wege, was, um das Wort Philippsons zu gebrauchen, „die Heilung der alten Schäden erschwerte". Aber eben derselbe Mann bekennt: „daß die Neigung zum Handwerk unter den Juden immer mehr schwindet, und daß selbst ihre Jugend in den Volksschulen und in den Waisenhäusern sich jetzt fast lediglich auf die Kausmannschaft werfe". Er selbst berichtet, daß sich der Handwerker- und Ackcrbauvcrcin für Israeliten in Baiern nunmehr in einen Verein habe umwandeln müssen, welcher Studirende unterstützt; daß sämmtliche aus dem Padcrborner israelitischen Waisenhause im vorigen Jahre entlassenen Knaben sich der Kaufmannschaft widmeten, und die Marks-Haindorf'sche Stiftung die Heranbildung jüdischer Lehrlinge zum Handwerk in den beiden letzten Jahren habe ruhen lassen müssen. Bei dieser Lage der Dinge spricht die „Allg. Zeit, des Judenth." selbst gegen „den außerordentlich starken Besuch der Gyiunasien und Realschulen erster Ordnung durch jüdische Knaben" ihre Bedenken aus, „da sich Zöglinge dieser höheren Lehranstalten selten zur Erlernung eines Handwerks bestimmen". „Es ist daher (ergeht von ihr die Mahnung) um so nvthwendiger, den fast verlassenen Pfad wieder einzuschlagen. Nicht blos die Eltern, sondern besonders die Lehrer, Rabbiner und Gemeindevorsteher haben die Pflicht, die aufwachseude Jugend zur Wahl von Handwerken anzuleiten. Wir machen cs jüdischen Volksschulen und Waisenhäusern geradezu zum Vorwurf, wenn die von ihnen erzogene Jngend sich lediglich auf die Kaufmannschaft wirft." Aber wie sollen nun die so Angeredetcn an den Ernst derartiger Worte glauben, und wie sollen sie aus ihnen eine wirkliche Mahnung cntnchinen, wenn in derselben Nummer desselben Blattes, welches sich in dieser Weise hat vernehmen lassen, mit besonderem Stolze berichtet wird, daß im Verhältniß eben 7 bis 8 mal mehr Juden als Christen die höheren Schulen Preußens besuchen, und dann hinzugefügt wird, „daß in Zukunft ein großer Theil der Juden zu den höheren Kulturschichten des preußischen Volkes gehören, und was an Geistesanlage in ihm vorhanden ist,

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