Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 3-4 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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orientalischen Arbeitsfelde nmthlos werden wollte, so gewaltige Mahnungen an ihr Gewissen dringen sehen, daß sie cs nicht wagte, von ihrem Orte zu weichen und von ihrem Werke abzulasseu. Hat sie doch im eigentlichsten Sinne des Wortes selbst gegenwärtig jenes Zcugniß ans des Heilandes Munde hören müssen: „Wenn diese schweigen, werden die Steine reden". Denn allerdings, die Steine Kanaans und Jerusalems sangen heute, wo man das Wort der Wahrheit bald durch moderne, bald durch päpstliche, bald durch politische Weisheit ersetzen will, zu den Herzen der Christen, wie der Juden und der Muhamedaner auf's Gewaltigste zu reden an. Englische und amerikanische Gelehrte, die, mit reichen Geldmitteln von ihren Landsleuten ausgerüstet, das heilige Land zn untersuchen und Ausgrabungen daselbst anzustelleu begonnen haben, sehen die alt- und neutcstamentliche Geschichte in allerlei Denkmälern neu vor sich auflcben. Da finden sie in Jerusalem Stücke der Tempelmauer, welche die alten Inschriften, die uns Josephns nennt, tragen; da graben sie „Grenzsteine von Gaser", jener alten israelitischen Stadt auf. Da wird das Bassin des Teiches Bethesda (Johannes 5) wieder entdeckt, und da wachen noch andere lebendige Erinnerungen aus der Zeit der evangelischen Geschichte auf. lieber letztere lassen wir die „Neuesten Nachrichten ans dem Morgenlande" 3. Heft 1875 berichten: „Aus einer Grabeshöhlc des Berges des Aergernisses, wie der südliche Gipfel des Oelbergs genannt wird, ist eine Anzahl jüdischer Sarkophage an das Licht gezogen. Sie bieten auf ihren Deckeln und an den Seiten nicht nur die Wiederholung bereits bekannter symbolischer Verzierungen dar, sondern auch griechische und ebräische Inschriften und ■— Kreuzeszeichen; ein Beweis, daß wir hier israelitische Christengräber vor uns haben. Die Inschriften enthalten zwar nur die Namen der Verstorbenen, aber welche bedeutsame Erinnerungen wecken diese Namen! Hier ruht „Salome, das Weib des Juda", und ein dem Kreuze ähnliches, doch eigenthttmlich gestaltetes Zeichen steht unter ihrem Namen, hier ein „Juda" mit dem Kreuzeszeichen, vielleicht der vorgenannte Gatte, hier auch „Juda der Schreiber" und „Simeon Barjehu", d. i. Sohn Jesu (vgl. Ap.-Gesch. 13, 6, wo es in vielen Handschriften Bar Jesu, nicht Bar Jchu heißt). Andere aus der Familie, welche hier ihr gemeinsames Grab müssen besessen haben, sind „Martha,