Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 3-4 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Die deutsch-evangelischen Anstalten von Jerusalem stehen unter Pastor Lic. Weser, der seine Gottesdienste einstweilen in der Kapelle auf dem Johanniter-Platze hält. Vergangenes Jahr hat derselbe 12 Kinder konfirmirt, zwei von Haus ans schon evangelisch, 8 dagegen ursprünglich griechischer, eins römischer und eins abyssinischcr Konfession. Dazu wurde eine Muhamedanerin Namens Aische getauft. Sie war Jahre lang im Diakonissen-Hospital gewesen, am Knochenfraß leidend. Auch unter den größten Schmerzen hat sie nie gemurrt, sondern immer fester ihr Auge auf den Mann der Schmerzen gerichtet, und immer dringender war ihr Verlangen nach der Taufe geworden. Da ihr Zustand sich etwas gebessert, so konnte sic am Konfirmandenuntcrricht thcilnehmen, und ihre Augen strahlten vor Freude, als sie nun wirklich das Sakrament der Taufe erhielt. Sie hat noch eine Mutter und Geschwister, und es ist ein Zeichen, wie der Fanatismus unter dem gemeinen mnhamedanischen Volke abzunehmen beginnt, daß sic ihre Angehörigen, welche natürlich um ihre Taufe wissen, ohne Lebensgefahr besuchen kann, so daß sie denselben von der Gotteskindschaft in Christo Jesu erzählen darf. Es ist rührend anzusehen, wie das manchmal selbst schwer leidende Mädchen vermöge der Kraft des Evangeliums die kranken Frauen im Hospitale tröstet und die Kinder arabische Sprüche und Liedcrverse lehrt. Das syrische Waisenhaus mit seinen 70 Knaben drohte einmal seinen trefflichen Vater, Herrn Schneller zu verlieren; der auf einem württcmbcrgischcn Seminar ausgebildete Sohn desselben ist indeß schon jetzt für ihn eine treffliche Stütze. Die Zöglinge werden theils im Ackerbau, thcils im Töpfcrhandwcrk unterrichtet; einige andere werden zu Lehrern für ihr Volk herangebildet. Talita Knmi mit 110 Mädchen erfreut sich noch ferner der umsichtigen Leitung der Diakonissin Charlotte Pilz, die von vieranderen Kaiserswerther Diakonissen unterstützt wird. 23 der Kinder haben Pflegemütter an Damen und Vereinen in Deutschland, Amerika, Holland und England gewonnen, die nun für ihre Pension aufkommen. Aus Talita Kumi und der Beiruter Anstalt sind schon 60 eingeborene Lehrerinnen hervorgegangen. Das Marien-Stift des Großherzogs von Mecklenburg hat 92 kranke Kinder verpflegt. Das Aussätzigen-Haus ist so erweitert worden, daß cs 20 Aussätzige anfnehmen kann. Herr und Fran