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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 3-4 (1876) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
3-4 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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39 Kolonieen daselbst begonnen; solche Ansiedelungen bestehen jetzt vor den Thoren von Jerusalem, bet Jaffa, Sarona und Caiffa. Mit ungemeinem Eifer, Fleiß und Mühe liegen sie ihrem Werke ob. Missionar Müller aus Bethlehem beschreibt es, welch einen heimathlichen Eindruck es auf ihn gemacht hat, als er zum ersten Mal in Palästina in der Kison-Ebcne einen mit Pferden bespannten Henwagen eines Württembergers erblickte. Die Regierung, welche früher die Leute begünstigte, legt ihnen neuerdings empfindliche Abgaben auf. Die niedlichen Häuser der Kolonisten, von Gärten, die mit deutschem Gemüse, das in Jerusalem gut bezahlt wird, bebaut, bieten einen freundlichen Anblick dar. Das syrische Fieber aber hat ihre Reihen bedenklich gelichtet. Die Kolonie Caiffa zählt 66 Familien mit 400 Seelen. Missionar Müller wohnte einem deutschen Sonntagsgottesdienste derselben bei, der von etwa 150 bis 200 Personen besucht war. Durch ihre wirthschaftliche Tüchtigkeit und ihre Frömmigkeit versprechen diese Württemberger jedenfalls ein gutes neues Element im Lande zu werden. Zu bedauern ist es nur, daß sie sich von den übrigen Evangelischen im Allgemeinen ziemlich fern halten. Sehr übel ist es dagegen 50 deutsch-lutherischen Kolonisten gegangen, die in Folge der Einführung der allgemeinen Militärpflicht aus Süd-Rußland eingewandert waren. Sie kauften für theures Geld ein höchst ungesundes Terrain eine Stunde südwestlich von Ramleh, wurden aber, zumal sie nicht vor Allem Häuser bauten, bald vom syrischen Fieber ergriffen, das viele ihrer Kinder hinwegrasfte und in Kurzem ihren Bestand von 50 auf 35 Personen zurückbrachte. Die Reicheren wollen nun wieder nach Rußland aufbrechen, die Aermeren wollen sehen, wie sie sich in Palästina zurechthelfen. Die Gemeinden Bethlehem und Beitschala stehen unter der treuen Pflege des Missionar Müller und seiner Frau. Die Hausgemeinde im Missionshause zählt 20, die übrige arabische Gemeinde 85 Seelen. Die ungemeine Güte und Freundlichkeit, welche die beiden Missionarsleute gegen Jedermann an den Tag legen, haben ihnen in ganz Bethlehem (jetzt einer Stadt von 6000 Einwohnern) den Namen „Papa" und „Mama" verschafft und ihnen auch für ihr Werk die Wege geebnet. An das Missionshaus schließt sich jetzt ein stattliches Schulhaus.

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