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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 3-4 (1876) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
3-4 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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36 die Ruinen des Richthauses des Pontius Pilatus befinden, und hier ist nun 1862 ein mächtiges Kloster erbaut worden. Für Kinder, welche in Folge des syrischen Blutbades elternlos geworden waren, wurde in St. Johann im Gebirge, nicht weit von Jerusalem, ein Waisenhaus errichtet und ein ebensolches für Jernsalemischc Kinder mitten in dem Gebirge Juda. Auch im Orient aber sind ebenso wie im Abendlande viele Juden durch die Bemühungen dieser Frauen zur katholischen Kirche herübergezvgen worden. Nicht minder rührig haben sich sodann in den letzten Jahren die Juden des heiligen Landes bewiesen und der evangelischen Missionsarbeit daselbst die größten Schwierigkeiten bereitet. Sir Moses Montefiore hat aus Anlaß seines 90jährigen Geburtstages reiche Mittel zur Unterstützung seiner Glaubensgenossen in Palästina erhalten und in seinem hohen Alter die erneute Reise nach Jerusalem nicht gescheut, um sich an Ort und Stelle selbst ein Urtheil über die beste Verwendung der zu seiner Verfügung stehenden Mittel zu gewinnen. Der größte Theil der Jerusalemer Juden nun ist erst in neuerer Zeit, besonders aus Polen, Rußland, Oesterreich und Deutschland dorthin gezogen und lebt von Almosen. Von den Sesardim (spanische und portugiesische Juden) sind etwa der zehnte Theil Handwerker oder Handelsleute, die Uebrigen erhalten sich durch die reichlich nach Jerusalem strömenden Almosen; doch lassen sie ihre Kinder ein wenig besser unterrichten als die Aschkcnasim (deutsche und polnische Juden). Die Versuche, durch Errichtung einer Ackerbauschule in Jaffa den Juden des heiligen Landes wieder Geschmack am Ackerbau beizubringen, haben bisher nur ziemlich dürftige Erfolge gehabt. Die Juden Jerusalems legen sich eben größtentheils auf den Bettel. Da jährlich in Palästina etwa zwischen 200,000 und 250,000 Thaler an Almosen für die dortigen Juden zusammenströmcn, suchen die Allermeisten sich ihren Antheil an dieser heiligen Gabe, der Chalukka, zu sichern und verlieren darüber die Lust zu eigener ernster Arbeit. Unter den Aschkcnasim fällt auf den Kopf etwa eine Gabe von 25 bis 40 Thalern, aber um dieselbe zu erlangen, ist es für den Einzelnen nöthig, mit den Rabbinen im Frieden zu leben und daher in religiöser Beziehung allen Verdacht zu vermeiden. Da nun aber gerade in letzter Zeit die Summe der für die Jerusalemer Juden verfügbaren Geldbestände ziemlich hoch angelaufen war, benutzten die Rabbinen dies, um ihre

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