Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 3-4 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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34 die eine Zeit lang beobachtete träge Ruhe fahren und geht, so weit er es irgend vermag, oder wo er es wagen zu können denkt, znm Angriffe vor. Am meisten hat darunter das junge Werk der evangelischen Kirche im Orient zu leiden. Rußland, schon an sich selbst der nächste und gefährlichste Widersacher der Türkei, läßt seine griechische Kirche allerdings nicht angreifen. Ebenso tritt auch die Schutzmacht des Katholizismus, Frankreich, ans politischen Gründen überall für die Interessen der katholischen Kirche ein. Beide sind überdem wenig bedenklich in der Wahl ihrer Mittel; denn sie greifen ohne Scheu auch für kirchliche Zwecke zu den im türkischen Lager sehr gern gesehenen Geschenken und Bestechungen. Anders dagegen steht die Sache für den Protestantismus. Man kann es evangelischerseits nicht mit dem Gewissen vereinigen, zu den von den Uebrigen angewandten unlauteren Mitteln zu greifen. Und die politische Macht ist gerade in letzter Zeit sehr wenig für das evangelische Werk in jenen Ländern eingetreten. Die Konsuln des deutschen Reiches habe» den Befehl empfangen, im Orient hinsichtlich aller religiösen Fragen die vollste Neutralität zu bewahren, und der englische Bischof von Jerusalem wird von seinem Lande keineswegs auch als ein Repräsentant der britischen Herrschaft behandelt. Das haben sich die Muselmänner so gut wie die Bekenner der nicht evangelischen christlichen Kirchen wohl gemerkt, und so hat die Letztzeit denn auch eine ganze Reihe von Beeinträchtigungen auszuweiscn, welche lediglich dem Umstande zuzuschreiben sind, daß sich die anderen Religionsgemeinschaften eben die ungeschützte Lage der evangelischen Missionsarbeit zu Nutze machen. Man ist aber, weil die evangelische Kirche in den Provinzen des türkischen Reichs bereits eine Macht zu werden droht, um so mehr entschlossen, ihr noch rechtzeitig entgcgenzutrctcn. Die Verträge sichern nun zwar allen Unterthanen des Reichs volle Religionsfreiheit, aber man weiß dieselben sehr wohl zu umgehen. So hat man sich an den evangelischen Ansari-Christen in Syrien, neugewonnenen Bekehrten, dadurch gerächt, daß man sie in das Militär eiustellte und sie dort durch die ärgsten Quälereien zum Abfall zu bewegen sucht. Die evangelische Allianz ist nun zwar für dieselben eingetreten, aber, da hinter derselben ja keine politische Gewalt steht, ohne etwas zu erreichen. Dem Missionar der Ollnroll-Mssiou, H. Zeller in Nazareth hat man unter nichtigen Vorwänden die