Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 1-2 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Schatz, den Knaben, auf dem alle ihre Hoffnung ruhte, festhaltend. Stundenlanges Ermahnen und Bitten, den Sohn hcrauszugeben, führte nicht zum Ziel, zuletzt, der Abend war bereits eingebrochen, mußte man ihr das Kind nehmen und es dem Vater zustellen. Um aber den Knaben vor fernerer Gefahr zu bewahren, wurde er nun einem freundlichen Missionar übergeben; doch war es freilich nun auch nothwendig, ihn ganz aus der Nähe der Mutter zu bringen. Ein alter Freund des Rabbi, der gerade nach Europa gehn wollte, erbot sich, desselben sich anznnehmen und ihn in eine Schule Londons zu geben; er war bereit, ihm eine gute Erziehung zu geben, und setzte hinreichende Mittel für sein künftiges Fortkommen fest. Der geängstete Vater ging seinerseits gern aus das Anerbieten ein und hatte bald darauf die Freude, den Knaben am Bord des Schiffes zu sehn, das ihn für immer den gefährlichsten Einflüssen entzog. Das kleine jüdische Mädchen fand eine sichere und glückliche Heimath, und Niemand suchte sie während ihrer Kindheit zu beunruhigen. Der Vater besuchte sie oft, stets voll Dankes für die liebe Sorge, die an sein Kind gewandt wurde, und ehe er ging, legte er seine Hand betend aus des Kindes Haupt. Doch seine Tage waren gezählt. Die Mißhandlungen, welche er durch die Mörder erlitten, hatten seine nie recht starke Gesundheit völlig erschüttert und legten ihn auf ein Schmerzens- und Siechenlager, von dem er nicht wieder ausstand. Als sein Ende nahe kam, besuchten ihn öfter einige Juden, mußten aber dann stets von ihm die Ermahnung und Einladung des Evangeliums zum Glauben an Jesum den Messias hören. Einige unter ihnen versuchten ihren verehrten Rabbi fortzuschaffen, um die Gemeinde glauben zu machen, er sei im jüdischen Glauben gestorben. Dieser Plan erregte ihn sehr, und da er dessen Erwähnung that, bewachten ihn nun seine christlichen Freunde fortwährend und schützten so den Sterbenden vor weiterer Belästigung. Als die Zeit seines Abscheidens sich näherte, beunruhigten ihn Gedanken an sein kleines Mädchen; deshalb wurde sogleich ein Bote nach demselben gesandt, der es zu dem Vater führte, welcher ihm seinen Scheidesegen geben wollte. Er nahm sein Kind in seine Arme und es wie gewöhnlich segnend, sprach er mit klarer Stimme: ,,Sagt der lieben Freundin meines Kindes, ich sende es ihr mit ruhigem Vertrauen zu dem Vater der Waisen wieder. Ach, sagt ihr,