Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 1-2 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 heit desselben unter den Seinen vorüber; daher muß man sich denn an den christlichen Missionar mit der Bitte um Schutz wenden, wenigstens so lange die Aufregung anhält. In Indien muß man die Kosten des Christwerdens wohl überschlagen. Natürlich suchte dieser merkwürdige Kreis seine Zuflucht bei den Gläubigen und wurde herzlich ausgenommen. Ein kleines Gehöft in der Nähe der Missionsgebäude wurde dem Rabbi und seinen Kleinen zu Gebote gestellt; aber nicht lange sollten sie daselbst in Sicherheit wohnen. Eines Nachts, als sie sich zur Ruhe begeben hatten, drang eine starke Räuberbande, die für den Zweck gedungen war, und zwar von Einem, der, aller natürlichen Liebe beraubt, nur nach Rache dürstete, in das Haus ein, ergriff und band den wehrlosen Mann und schlug ihn dann mit allen Waffen, die sie bei sich führte. Danach schleppten sie ihn in den äußeren Hof, ließen ihn dort anscheinend tobt liegen, den kleinen Knaben mit sich führend. Nach einigen Stunden aber zogen die Klagetöne des Verwundeten die Polizei herbei, die den Dulder entdeckte und ihn aus seiner gefährlichen Lage befreite. Bald waren Freunde zur Stelle und ihm schleunige ärztliche Hilfe verschafft. Als sein Bewußtsein wiederkehrte, verstand man seinen Bericht wohl und man konnte nicht zweifeln, von welcher Stelle her das grausame Werk ausgegangen war. Wo aber war in all dieser Verwirrung die kleine Tochter geblieben? Man suchte nach ihr, und sieh, da lag das unschuldige Kind in ihrem kleinen Bettchen schlafend. Man brachte sie sogleich in Sicherheit, und kurze Zeit darauf wurde sie in eine Anstalt gebracht, welche ihr einige Jahre lang eine Heimath bot. Der Rabbi lag Monate lang bedenklich darnieder; auf völlige Wiederherstellung schien nur geringe Hoffnung zu sein; aber eine theilweisc Genesung gab ihm Anlaß, nun darauf zu dringen, daß seine Aufnahme in die Kirche durch die Taufe nicht länger aufgeschoben werden möchte. Es geschah nun viel Nachfrage nach dem Leben und dem Charakter der neuen Schüler, denen selbst ihre bittersten Feinde nichts Nachtheiliges nachsagen konnten, und so wurde denn ein Sabbathabend für ihre Taufe festgesetzt. Am Schluffe des kirchlichen Gottesdienstes traten fünf ans Gottes erwähltem Volke, drei Männer und zwei Frauen, hervor, um das Sakrament zu empfangen. Sie standen vor der Gemeinde, an ihrer Spitze der Rabbi, ihm zunächst der Vater jener schon ge-