Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1876-01-01 · 1-2 (1876) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
1-2 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554828-2554830--06507-2562495
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

.a&mmr Pl- - 18 können. Der Sohar soll sie also in eine engere und innigere Gemeinschaft mit Gott führen. Dabei wird nun von ihnen 1) die Askese als hauptsächlichstes Mittel, die Versöhnung mit Gott zu erlangen, angepricsen, und 2) die Vermittelung von solchen Personen, welche durch zahlreiche Frömmigkeitsübungen in eine nähere Verbindung mit Gott getreten sein sollen (Zadikim, Gerechte), als unerläßlich dargestellt. Besonders finden wir bei Rabbi Salman von Lubawitsch näheren Aufschluß über den Lehrgehalt dieser jüdischen Sekte. Er lehrt seine Anhänger: Gott kann nicht nach talmudischer Weise durch bloße Formen und äußere Uebungen gedient werden, denn er ist ein Geist. Deshalb muß die Anbetung auch im Geiste geschehen. Die talmudischen Gebote und Cercmonien haben nur einen erziehlichen Zweck, aber der allein hat den rechten Nutzen von denselben, welcher ihren eigentlichen Sinn und Zweck versteht. Alle diese Gebote sollen für den Juden zum Anlaß werden, in sich zu blicken und den Kampf gegen seine inneren Lüste und Begierden aufzunehmen. Wird er dies thun, dann wird er zu der Erkenntniß gelangen, daß in ihm zwei Seelen wohnen, eine göttliche und eine thierische. Die göttliche Seele stamme von der Schöpfung her, die rhierische sei mit dem Sündenfall in den Menschen eingezogen und vererbe sich nun weiter von Geschlecht zu Geschlecht. In seiner göttlichen Seele aber besitze der Jude die Kraft, den Kämpf gegen die thierische Seele recht zu kämpfen. Nur, wenn die göttliche Seele stärker als die thierische sei, habe der Jude als ein Chasid Aussicht aus Seligkeit; die höchste Stufe aber erreiche, wer durch fortgesetzten Kampf die thierische Seele in sich selbst völlig ertödtet. Die es dahin gebracht, sind mit der Gegenwart Gottes ganz erfüllt; daher sind sie nun Mittler für die Anderen, und es werden ihnen zugleich die Kräfte des Wunderthuns verstehn, ihre Worte und Aufschlüsse aber sind Eingebungen des Gottes, der jn ihnen Wohnung gemacht hat. Diese Lehre nun hat sehr zahlreiche Anhänger gewonnen, Talmudisten und Reformjuden aber erheben gegen dieselbe den entschiedensten Widerspruch. Die neuliche Verurtheilung eines wunderthuenden Rabbi in dem galizischen Neu-Sandec hat allerdings auch nur zu deutlich gezeigt, daß jene große chasidische Partei in ihren Heiligen den elendesten, betrügerischsten, gewaltthätigstcn und fanatischsten Menschen folgt. (Schluß folgt.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.