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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 1-2 (1876) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
1-2 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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11 Philosoph: „Die Lehre des Stifters des Christenthums enthält nichts, als was er aus der talmudischcn Bildung seiner Zeit überkommen hatte, selbst seine Gleichnisse sind zum Theil aus dem Talmud entlehnt u. s. w.", dann fügt Lehmann hinzu: „Das sind goldene Worte, die auf allen christlichen Kanzeln und in allen christlichen Schulen täglich verkündigt werden müßten". „Christenthum und Muhamedanismus haben aus dem Jndcnthmn geschöpft. Das Elftere hat sich nicht zu der Lehre von der Einheit Gottes zu erheben gewußt, aber es hat die jüdische Sittenlehrc sich anzueignen bemüht; der Muhamedanismus hat jene Grundlehre angenommen, aber er hat nicht die nöthigen Konsequenzen zu ziehn gewußt; beide haben das Gesetz nicht angenommen, nicht annehmen können. Im Christenthum kämpfen chamitische und japhetitische Einflüsse gegen einander. . . Mehr als 18 Jahrhunderte dauert daher schon der Kamps Israels gegen diese Vereinigung chamitischer, japhetitischer und falsch angewandter semitischer Ideen." Welche Beurtheilung bei solcher Anschauung der Uebertritt zum Christenthum erfährt, darüber höre man eine Stimme aus der reformerischen „Allg. Ztg. des Judenth.": „Der Abgesallene hat in seiner ganzen Erscheinung etwas Unheimliches; und hierin ist unser Zeitbewußtsein sehr viel ernster und nachsichtslvser als beispielsweise die Zeit des Maimonides, der unter dem schwülen Drucke der Almoraviden dachte und schrieb und bekanntlich gegen die Konvertiten sehr milde Saiten aufzog. Ich möchte überhaupt drei Klassen von Abgesallenen unterscheiden, von denen die erste, der gezwungenen Neubekehrten in den Kulturländern, die wenigen Mortarafälle ausgenommen, Gott Lob jetzt nicht mehr angetroffen wird. Die zweite Gattung umsaßt den gleichgültigen, prinziplosen Abtrünnigen, der sich durch irgend einen äußeren Antrieb, durch Erfolge in Wissenschaft, Kunst, Gesellschaft u. s. w. für die neue Lehre anwerben läßt. Mit ihm kann sich unser Gefühl noch friedlich auseinandersetzen; wir können ihm auf dem neutralen Boden der Kunst, der Spezialwissenschaft, des Verkehrs anerkennend und würdevoll begegnen, wenn er nur selbst die Entfremdung und die Velleität einer nachträglichen Ueberzcugung nicht zu weit treibt. Wer möchte leugnen, daß gerade unter dieser Klasse die jüdische Reform ganz bedeutend aufgeräumt hat. Es erübrigt noch die Klasse der mehr oder minder polemischen Apostaten. Das ist der

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