Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1876-01-01 · 1-2 (1876) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
1-2 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2554828-2554830--06499-2562487
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

10 punkten der beiden. . . Auch das N. T. ist zwar vom jüdischen Volke ausgegangen und der Welt gegeben worden; aber wir gestehn offen, daß wir nur einige schwungvolle Stellen des N. T. den Sckristen des A. T. in Sprache und Inhalt vergleichbar ansehn, sonst die Stylistik der neutest. Schriftsteller und die Höhe ihrer Gedanken weit hinter die alttest, stellen müssen, so daß jene neutest, keine neue bedeutende Entwickelungsphase der jüdischen Literatur bezeichnen, sondern nur ein Ergebniß der Epigonenzeit (der Nachgeborenen) sind." „Die jüdische Religion bestand 15 Jahrhunderte, bevor das Christenthnm ans ihr hervorging, sic besteht jetzt 18 Jahrhunderte neben und trotz dem Christenthnm und wird fortbestehn, sollten sich auch die Voraussetzungen von Strauß, Hartmann und Anderen bewahrheiten und das Christenthnm der Zersetzung anheimfallen. Sie wird fortbestehn, weil sie die Religion des vernunftgemäßen Monotheismus, aber auch des lebendigen Gottes ist, der das Menschenherz erfüllt und befriedigt und die entflammte Einbildungskraft zur Begeisterung aufrnft." Kein Wunder, daß es Philippson nicht zu fassen im Stande ist, wenn sich ein christlicher Geistlicher weigert, der Eröffnung einer Synagoge beizuwohnen, indem derselbe sich darauf beruft, daß in der Synagoge nicht der wahre Gott angebetet werde. Philippson ist von seiner Ucberzeugung eben so völlig durchdrungen, daß er sich zu der für einen Christen ganz verwunderlichen Aeußernng verstcigt: „Bis jetzt galt es als eine allgemeine Annahme, daß, da der jüdische Fundamentalsatz, um welchen es sich im jüdischen Gottesdienste immerfort handelt: Es giebt nur einen einzigen Gott! vom Christenthnm nicht geleugnet werde, der Christ am jüdischen Gottesdienste keinen Anstoß nehmen könne, während es den Juden schwerfallen möchte, der im christlichen Gottesdienste ausgesprochenen Gottheit Jesu und der Dreieinigkeit mit den daraus gefolgerten Dogmen gegenüber gleichgültig zu bleiben!" In der That, so wenig vermag selbst ein mit der christlichen Lehre so vertrauter Mann wie jener jüdische Gelehrte es zu fassen, daß die christliche Kirche die Synagoge ja eben seit der Verwerfung Christi eines falschen Gottesdienstes beschuldigt. Dem Christenthnm gegenüber nehmen aber die reformistischen wie neuorthodoxen Blätter und Bekenntnisse unserer heutigen Juden die gleiche Stellung ein. Der „Israelit" ist über v. Hartmanns Urtheile, das Christenthnm betreffend, ganz entzückt. Sagt dieser

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.