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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 1-2 (1876) · page 9

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Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
1-2 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Israels. Ist doch selbst der geringe und ungebildete Jude in der Thal mehr als der reiche, vornehme und »nächtige Nichtjude; denn Jude zu sein, dem auserwählten Volke anzugehören, ist etwas so unendlich Großes, daß alle Schätze, materielle wie geistige, nicht entfernt daran hinanreichen." „Es giebt eine Gliederung. Ein weiser Rabbi i»n Talinud antwortete dem griechischen Philosophen, der sich über die Bevorzugung Israels beklagen »vollte. Waruin, fragte er, sind nicht alle Menschen gleich? Warum, anttvortete der Rabbi, sind nicht alle Esel und Pferde Menschen?" „Am Thvrichtsten aber ist das System der Nivellirung auf religiösem Gebiete. . . Unsere Zeit bietet nichts absolut Neues; sondern im Lauf der Jahrhunderte hat cs schon ähnliche Kulturepochen gegeben; sie sind aber zu Grunde gegangen, und von ihnen nichts übrig geblieben als eben Israel." „Israel ist berufen, der ganzen Welt das Heil herbeizubringen, und die Zeit ist nahe, denn das Kreuz zerfällt, der Halbmond erlischt, und die heidnischen Völker Asiens und Afrikas sind längst gegen die ererbten Götzen gleichgültig geworden." Von solchen Standpunkten aus sehn >vir denn n»»n auch jene reformistischen und neuorthodoxen Lehrer des heutigen Israel ihr Volk anleiten, sich ihr Urtheil über das Christenthum zu bilden. Die „Mg. Ztg. des Judenth." äußert sich über das Christenthum folgendermaßen: „Das Judenthun» ist wesentlich eine Religion des Optimismus; das Christenthum ein Gemisch optimistischer und pessimistischer Anschauungen. Das Christenthum entnahm dein Judenthume die Lehre von den» alllveiscn und allgütigen Weltschöpfer, dem gottebcnbildlichen Geiste und der Unsterblichkeit desselben, näherte sich aber dem Bnddhisruus mit der Verachtung der irdischen Welt, des Lebens auf Erden, der irdischen Güter und Genüsse, der Institutionen der Gesellschaft, des Eigenth»»ms, der Familie und der Arbeit; den Weg z»»r Heiligrrng in der Entsagung des Irdischen und Fleischlichen, in der Kasteiung, der Armuth, der Ehelosigkeit, die Einkehr in sich selbst durch Arbeitslosigkeit suchend; in gleicher Tendenz entlvürdigte cs den gottebenbildlichcn Geist drrrch die Erbsünde, so daß die Menschen nur durch die Zwischenkunst eines Dritten und den Glauben an dessen Opferung zuiu Heile kominen können. Und wie sich das Judenthum in dein Allen vor dem Christenthum auszeichnet, so auch in allen anderen Unterscheidungs-

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