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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 1-2 (1876) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
1-2 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 ganze Anschauungsweise der gläubigen Welt umstoßen und scheinbar auf der rechten Fährte sind, endlich in die bis jetzt in tiefes Dunkel gehüllte Weltentstehung und Weltenbildung Licht zu bringen und die höchste Wahrheit zu finden ... Das Judenthum, welches den Muth hat, nach Anleitung seiner Gesetze Gott von ganzer Seele und von ganzem Herzen, mit allen Kräften und Fähigkeiten, kurz mit dem ganzen Menschen anzugehören, erhält damit auch seine Gottesidee in der Welt, die allein das Moment in sich enthält, welches ein Weltenbündniß ermöglicht und ein Band um alle Menschen schlingt, daß sich Alle als Bekenner der ewigen Wahrheit, als Kinder des einen Vaters, des Weltenschöpfers endlich zum Frieden die Bruderhand reichen." „Israel ist so auf das Zusammenleben mit den Nationen angewiesen, es ist ein Priestervolk und hat nie seine Hauptaufgabe in der Erschwingung der Bedürfnisse des materiellen Lebens gesucht und gefunden. Man begegnet oft unter Juden wie Nichtjuden dem Vorurtheil, daß wir Israeliten uns durch höhere Begabung vor allen anderen Völkern Hervorthun. Diese Meinung ist, so allgemein gefaßt, durchaus unrichtig. Gehn wir die einzelnen Gebiete menschlicher Leistungen durch. Wo sind die jüdischen Erfinder? War es ein Jude, der den Pflug erfand, oder den Wagen und die Wage, das Schießpulver, die Buchdruckerkunst, den Telegraphen, die Lokomotive oder die Nähmaschine? War es ein Jude, welcher Amerika entdeckt hat? Was haben die Unsrigen auf dem Gebiete der Wissenschaften und Künste geleistet? Es giebt keine jüdischen Maler, Bildhauer und Tonsetzer von epochemachender Bedeutung. Der Vater der Wissenschaften ist ein Grieche, Aristoteles, und Israel hat keinen großen Dichter in der gewöhnlichen Bedeutung des Wortes hervorgebracht. Und trotz alledem ist Israel die bedeutendste, größtgeartete, wichtigste Nation der Welt. Wie den Menschen der Adler an Schärfe des Blicks, der Hirsch an Schnelligkeit, der Hund in Bezug auf den Geruchssinn übertrifft, wie aber der Mensch dadurch ausgezeichnet ist, daß er alle Sinne in gleichmäßiger Vollkommenheit besitzt, also ist auch das Verhältniß Israels zu den Nationen. In allen Einzelheiten wird Israel von anderen Nationen übertroffen, aber in der Gesammtheit seiner Fähigkeiten und Eigenschaften ist der Israelit vollkommen, wie kein anderer Mensch. Alles, was Menschen Schönes, Großes und Gutes gedacht, gewirkt.

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