Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1876-01-01 · 1-2 (1876) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
1-2 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554828-2554830--06492-2562480
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

3 „Israelit") gemäßigteReformerverschiedenerSchattirmigen (wiez. B. Philippsons „Allg. Zeitung" und das Breslauer Seminar) und radikalere Reformer bekennen sich nicht minder entschieden zum Judenthume als jene talmudischen Orthodoxen der früheren Zeit, welche heute besonders noch der Osten Europas, Asien und Afrika ausweisen— und mit besonderer Leidenschaftlichkeit die Anhänger des Chasidismus, dessen inspirirte Rebbes die Einzigartigkeit Israels zur höchsten Höhe erheben. Die Caräer dagegen, welche unter dem Vorgeben, nur das Alte Testament dulden zu wollen, eine Tradition eigener Art befolgen, können wir eher übergehen, da sie nur in kleiner Anzahl vorhanden und für das Gesammtleben der Juden ohne Bedeutung sind. Da ist es nun aber äußerst lehrreich, wie die Stimmführer des modernen Israel und an ihrer Spitze die deutschen die Ihrigen über „das Judenthum" denken heißen. Die reformerische „Allg. Zeitung des Judenth." thut dies jüngst wieder in folgender Weise': „Das jüdische Volk, das erkennt Jedermann an, war der Pfleger und dann der Verkünder und Träger des Monotheismus (der Lehre, daß es nur einen Gott gebe) und des aus diesem konsequent fließenden Rechtes, welches die persönliche Freiheit und Gleichheit Aller unter dem Gesetze der Gesammtheit konstatirt und sichert. Seine erste Aufgabe war es, dies in sich selbst zur Anerkennung und Herrschaft zu bringen, und dieser innere Kampf füllte seine Sonderexistenz als Volk und Staat aus, und ihm fiel es sogar zum Opfer, so weit sein selbstständiges nationales und staatliches Dasein in Frage kam. Für den zweiten Theil seiner Mission, die Verkündigung und Trägerschaft des Monotheismus und des aus ihm fließenden Rechtes, wirkte es zunächst durch den Ursprung des Christenthums aus seinem Schooße und durch die vermittelnde Rolle, die es beim Entstehn des Muhamedanismus zu spielen hatte, ging aber in die Zerstreuung, um in dem Maße, welches die Vorsehung ihm dazu bewilligte, die Zeugenschaft für den wahren und reinen Monotheismus zu üben.... Denn die Lehre ist überall mit dem Judenthum durch die ganze Welt gezogen. In der Wirklichkeit stand es dermaßen, daß, als der Tempel gefallen, das Judenthum nichts gelitten hatte und ungeschmälert fortbestand ... Der Tag der Zerstörung Jerusalems gab den nachhaltigsten Impuls zur Verbreitung israelitischer Weltanschauung und Ideen über die I*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.