Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 32 (1876)
- Issue
- 1-2 (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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s für feine Lage gewinnen. Ob dieselbe eine wahrhaft erfreuliche ist und ob sie, vom religiösen Gesichtspunkte angesehen, zur .Zufriedenheit bereHkigt, darüber mögen nun die MatsächeN NbM. Berthold Auerbach, der berühmte jüdische Schriftsteller und Dichter, sagk in stimm letzten RoMaNe ^Dst gebildeten Juden sind nicht sowohl Juden, als vielmehr Nichtchristen". Dies Wort hat die reformerische „Allg. Zeitung des Judenthums" außerordentlich erregt, aber es trifft für eine zahlreiche Klasse der heutigen Juden vollkommen zu. Das Kulturinteresse hat in ganzen Schichten des modernen Israel jedes andere verdrängt, und die religiösen Interessen sind daselbst theils hinter Materiellen, theils hinter geistigweltlichen durchaus in den Hintergrund getreten. „Die Konfessionslosigkeit" bezeichnet keineswegs ausschließlich und ganz allgemein die Stellung unserer „gebildeten Juden" in der Gegenwart, aber sie zählt unter denselben recht viele Anhänger. Die Stanimeseigenthümlichkeiten und der Familienzusammenhang erhalten zwar auch diese noch bei der Judenschaft und unterscheiden sie auf's Kenntlichste von ihrer christlichen Umgebung; auch ist ihr Dichten und Trachten, ihr Ueberlegen und Urtheilen von tieferem christlichen Einflüsse unberührt, aber die religiöse Eigenart ist ihnen eben verloren gegangen, und dies hat auf viele derselben keineswegs veredelnd gewirkt. Die „Allg. Zeitung des Judenth." und ihr Gegner, der orthodoxe „Israelit", klagen in gleicher Weise, daß aus dieser Klasse ganz besonders jene Geldleute hervorgegangen seien, welche dem Hasse gegen die Juden im Allgemeinen immer neue Nahrung böten, und obwohl sie dieselben sorgsamst als Juden reklamiren, wenn sie zu Ehren und Würden gelangen, so werfen sie ihnen doch die größte Gleichgültigkeit gegen alle eigentlich jüdischen Interessen vor. Besonders schwer leidet nach den Angaben der jüdischen Zeitungen das Judenthum Italiens und Amerikas unter der Gleichgültigkeit vieler seiner Mitglieder. Ganze Gemeinden Italiens sind in Verfall gerathen und die Rabbinerschule in Padua eingegangen; in Buffalo aber waren jüngst zu der Versammlung des Vereines amerikanischer Jsraelitengemeinden Deputirte nur von 3 Gemeinden erschienen. Zahlreiche Schaaren der neueren Juden stehen nun aber auch hinter der großen Reihe von Blättern und Zeitungen, welche die Fahne des Judenthums hochheben. Neuorthodoxe (z. B. Lehmanns