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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 11-12 (1875) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
11-12 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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174 sähe, so würden meine Augen leuchten, meine Nieren aufjauchzen, und meine Lippen den Herrn lobpreisen, der seine Gnade den Armen nicht vorenthalten hat. Und nun, wenn es dem Könige gefällt, und wenn er die Wünsche seines Dieners beachten will, so möge doch meine Seele in seinen Augen thcuer sein, und den Schreibern (oder. Sekretären), die vor ihm stehen, befehlen, seinem Diener eine ausführliche Antwort zu schreiben, die mich aus fernem Lande erreichen soll, worin er mich benachrichtigen möchte über den Grund der Sache und den Ursprung der Begebenheit, durch ivelche Israel in jenen Ort (in'ö Chasarcnland) gcrathcn sei. Unsere Vorfahren erzählten uns, daß der Ort ihrer Ansiedelung Anfangs „der Berg Seir" hieß; aber mein Herr weiß doch, daß dieser Berg vom Orte seiner Residenz weit entfernt ist. Darauf sagen unsere Alten, daß ursprünglich die Gegend „Berg Seir" genannt lvar, aber nachher, als große Verfolgungen erstanden sind, da wunderten sie von einem Uebel zum anderen, bis sie in dem jetzt von ihnen bewohnten Lande sich ansiedclten.'). Auch erzählten die Alten der vorigen Generation, daß ihrer Sünden wegen Verfolgungen über sie kamen, und die Kasdim gegen sie mit großer Wuth aufstanden, dcßhalb mußten sic (die Inden) ihre Bücher der Thora und die andern heiligen Schriften verstecken und in Höhlen beten. Wegen der Bücher lehrten sic auch ihre Kinder, Morgens und Abends in einer Höhle zu beten, so daß nach Verlauf von langer Zeit sie die Ursache, weßhalb sie in einer Höhle ihre Gebet zu verrichten pflegten, ganz vergaßen und nur den Gebrauch ihrer Altvordercn fcsthieltcn. Endlich aber fand sich ein Israelit ein, der (den Grund dieser Sitte) zu wissen verlangte, und er kam in die Grotte und fand sie voll von Büchern, die er herausholtc, so daß sie seit dieser Zeit wieder anfingen, die Thora zu lernen. So erzählten uns unsere Vorfahren nach einem alten traditionellen Berichte. Die zwei Männer vom Lande Gebalim, Mar-Saul und Mar- Joseph, die mir verbürgten, daß meine Briefe an meinen Herrn, den König, befördert werden sollten, erzählten mir auch, daß ungefähr vor sechs Jahren zu ihnen ein blinder, weiser und verständiger ') Unter diesem „Berg Seir" steckie wahrscheinlich da» arabische „Serir", welche» die Benennung für cincii Theil de» Kaukasus war.

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