Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 11-12 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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173 Herrn kommen würde. Dieser Bote ging also nach Kvstantinieh, stellte sich dem Könige vor und überreichte ihm mein Schreiben und meine Gabe; er erwies meinem Gesandten Ehre und derselbe verweilte bei ihm ungefähr sechs Monate mit den Gesandten unseres Herrn, des Königs von Cordova. Eines Tages aber befahl er (der byzantische König) ihnen, heimzukehren, ebenso schickte er meinen Boten mit einem Briefe zurück, in welchem geschrieben war: „Der Weg zwischen uns (zwischen Byzanz und Chasaricn) sei unsicher, die Völker zwischen uns seien im Kriege, und das Meer sei stürmisch, so daß man es nur zu gewissen Zeiten befahren kann". Als ich diese böse Nachricht vernahm, da kränkte das mich tödtlich und es verdroß mich sehr, daß er nicht mein Wort erfüllt und nach meinem Verlangen gethan hatte, so daß meine Bestürzung und Unruhe immer zugeuommcn haben. Nachher wollte ich den Brief an meinen Herrn, den König, durch die heilige Stadt Jerusalem schicken, wobei einige Israeliten mir verbürgten, meinen Brief von ihrem Lande nach Nezibim (NesibiS) zu befördern, von da nach Armenien, von Armenien nach Bardaa und von dort nach Eurem Lande. Noch ehe ich dies beschloß, kamen die Gesandten des Königs der Gebalim an, welche von zwei Israeliten begleitet waren, Namens Mar-Saul und Mar-Joseph. Als sie meinen Kummer vernahmen, da trösteten sie mich und sprachen: „Gieb uns Deine Briefe, wir bringen sie zum Könige der Gebalim; um Deiner Ehren willen wird er sie an die Israeliten ini Lande Hungarin (Ungarn) schicken; von da werden sie nach R»s befördert, von dort nach Bulgar, so daß Dein Schreiben nach dem von Dir gewünschten Orte gelangen wird." Er, der Herzen und Nieren prüft, er weiß cs, daß ich alles dies nicht um meiner Ehre willen gethan, sondern nur, um die Wahrheit zu erforschen und zu erfahren, ob es einen Ort gebe, wo die Verbannten Israels ein Reich besäßen, wo Niemand sie unterjocht und beherrscht habe. Wüßte ich, daß dem so sei, so würde ich meine Ehre vernachlässigt, meine Größe verachtet und meine Familie verlassen haben; ich wäre dahingezogen über Berg und Hügel, über Land und Meer, bis ich nach dem Orte gekommen wäre, wo mein Herr, der König, residirt, um anznschaneu seine Majestät und Würde, den Sitz seiner Unterthane», den Zustand seiner Diener und die Ruhe der Nachgeblicbenen Israels. Und wenn ich seine Größe und seinen Ruhne