Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 11-12 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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172 Alle diese Gesandtschaften, welche diese Geschenke Überbringer, fragte ich beständig über unsere israelitischen Brüder, die Uebriggcbliebcncn der Verbannten, ob sie (die Gesandten) nichts von der Unabhängigkeit derer gehört haben, die da schmachten in Knechtschaft und keine Ruhe finden — bis endlich die Gesandten von Chorasan (und) die Kaufleutc mich benachrichtigten, daß die Juden ein eigenes Reich besäßen unter dem Namen Al-Chasar. Ich glaubte Anfangs ihren Worten nicht; ich dachte, sie sagten dies nur zu dem Zwecke, um mir angenehm zn sein und sich mir zu nähern, so daß ich ihre Erzählung nur bewunderte. Da kamen die Gesandten von Kostantinieh mit einem Geschenk und Schreiben von ihrem König an den unsrigcn, und ich fragte sic über diese Angelegenheit. Sic antworteten mir, daß die Sache in der Wahrheit sich so verhalte; daß der Name jenes Königreichs Al-Chasar sei; daß zwischen Kostantinieh und jenem Lande 15 Tagereisen auf dem Meere seien — auf dem Lande aber seien viele Völker dazwischen; — daß der (chasarischc) König Joseph heiße; — daß Schiffe aus ihrem Lande zu ihnen kämen und Fische, Felle (Pelzwaaren) und alle Arten von Maaren brächten. Sie sind (fuhren die byzantinischen Gesandten fort), mit uns befreundet und von uns verehrt, es werden zwischen uns Gesandtschaften gewechselt; sie haben Macht und Stärke und Kriegshcere, die öfter (zum Krieg) hinausziehen. Als ich dies vernahm, ward ich erfüllt von Kraft, meine Hände stärkten sich, und meine Hoffnung befestigte sich. Ich neigte und bückte mich vor den: Gott des Himmels, und wandte mich nach allen Seiten, um einen getreuen Boten zu finden, den ich nach Eurem Lande schicken wollte, um die wahre Sachlage zn erfahren und von dem Wohlergehen meines Herrn, des Königs, und seiner Untcrthancn, unserer Brüder, zu vernehmen. Aber die Sache war doch schwierig wegen der Entfernung des Ortes (Eures Landes); da schickte Gott in seiner Güte zu mir einen Mann, Namens Isaak, Sohn Nathans, der cs wagen wollte, mit meinem Briefe zu meinem Herrn, dem Könige zu gehen. Ich gab ihm eine sehr große Belohnung und versah ihn mit Gold und Silber zu Ausgaben für ihn, für seine Diener und sonstigen Reisebedürfnisse, auch schickte ich aus meinem eigenen Vermögen ein ansehnliches Geschenk dem Könige von Kostantinieh und bat ihn, diesem meinem Boten in allen seinen Bedürfnissen zu helfen, bis er in das Land meines