Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1875-01-01 · 11-12 (1875) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
11-12 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554821-2554827--06461-2562448
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

169 zu verlieren beginnt, und das Land trotz paradiesischer Herrlichkeit von einem Beben ergriffen wird, welches seine Grundfesten erzittern läßt, erhebt sich inmitten der Dunkelheit ein dürrer, entblätterter Baum, düster seine Arme ausstrcckcnd im Angesicht der Herren und der Knechte der Erde — und daselbst verbirgt sich nicht wieder ein Mensch, sondern offenbar, ein Schauspiel vor Gott, vor den Menschen und vor Satanas, hängt an diesem Holze ein Vernrthciltcr und Gerichteter, der schweigt — Wenn er aber redet, so ist cs Gebet zu dem Gott, der ihn verlassen, und Fürbitte für die, welche ihn gekreuzigt haben, daß sic Vergebung empfangen möchten. Der Heilige Gottes hat unsere Sünde und Schuld auf sich geladen, daß er sic trage und also von uns nehme. Laßt uns ihn anblicken und vor ihm stille werden in Herz und Geist, bis daß einem Jeden vor ihm die Augen aufgehen und der Mund eines Jeden vor ihm bekenne: Ich leide, was meine Thaten wcrth sind — Du aber gedenke an mich, wenn du in dein Reich eingchst — so wird er aus seines Heilands Mnnde das süße Evangelium hören dürfen: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Amen. Ein lehrreiches Stück Geschichte. (Um 960 nach Christo.) Die Frage nach dem Messias hat je und je in allen Jahrhunderten der christlichen Zeit jüdische Gcmüthcr auf's Tiefste beschäftigt. Ein Beweis dafür ist auch das jetzt zu erzählende Stück Geschichte, welches etwa um das Jahr 960 n. Ehr. zu gleicher Zeit auf dem Boden Spaniens und Süd-RnßlandS spielt. Um die Mitte des 10. Jahrhunderts hatten die Juden Spaniens, welche unter der Herrschaft der dortigen Chalifen standen, eine außerordentlich günstige Stellung gewonnen. Die muhamcdanischcn Herrscher umgaben sich gern mit Juden und räumten denselben hohe Aemter als Staatsmänner, als Finanzbeamte rc. ein. So >var besonders ChaSdai Jbn Schafrut vom Chalifen Abdarrahman III. am Hofe von Cordova zum Finanzminister und einflußreichen diplomatischen Rathgeber erhoben worden, und Chasdai wußte diese Gunst der Verhältnisse für seine Glaubensgenossen auf's Beste

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.