Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 11-12 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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167 davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?" redet uns dort überall der Mund Gottes an und zeigt uns damit, daß cs uns nichts nützt, wenn wir uns durch künstliche Windungen und kluges Ringen von ihm freizmnachen trachten. Nein, während Mund und Herz noch übergehn von tausend Seufzern über diese oder jene Last, über dieses oder jenes Ungemach, über diese oder jene Ungerechtigkeit und Härte, Feindschaft und Bosheit, die wir erfahren haben, reißt uns Gottes Wort mit einem Male von dem Allen los und stellt uns vor seine heiligen Gebote hin. Unser Thun und Lassen, unser Dichten und Trachten, unsre Begierden und unser ganzes Wesen bis auf seine tiefsten Wurzeln herab gebietet cs an dem Maßstabc der göttlichen Forderungen zu messen — und unterbricht selbst den, welcher cs am Gefühlvollsten oder am Schaurigsten versteht, den Jammer der Welt zu beschreiben, mit der scharfen Frage: Hast du selbst nicht Tag für Tag Sünde auf Sünde ohne Scheu gehäuft? hast du so nicht aber auch Andere neben dir gereizt, dasselbe Unheil an ihrem Theile zu vermehren? und willst du dich nun wundern, wenn diese ganze Last, da sie hierauf, durch ihre eigene Schwere hcrniedergczogen, auch auf deine Schultern gefallen ist, dich zu erdrücken droht? Siehe: „Also mußt du es innc werden und erfahren, was. es für Jammer und Herzeleid bringt, den Herrn, deinen Gott verlassen." Aber freilich, nichts will zuerst dem Herzen des Sünders weniger ein, als solche Rede des göttlichen Mundes. Adam und Eva wollen zuerst nur das Eine nicht eingestehu, daß sie selbst verdient haben, was sie jetzt leiden müssen — und in ihre Fnßtapfen sind dann Unzählige getreten. Zwar da der Mund der Wahrheit selbst von der Schuld der Sünde geredet hat, können die Menschen auch von der Schuld nicht mehr schweigen, aber gar listig und trotzig versuchen sie nun, ein Jeder diese Schuld von den eigenen Schultern abzuwälzen, um sie dafür auf andere zu laden. Ja, Adam beschuldigt Gott selbst, daß, indem er ihm das Weib gegeben, er selbst auch die eigentliche Ursach des Verderbens, er im letzten Grunde der Sünder sei, und daß er nur ernte, was er gesäet habe. Der heilige Gott muß es sich gefallen lassen, wo er als Richter vor dem Sünder erscheint, von ihm vielmehr zur Rechenschaft gezogen zu werden! lind Adams Kinder haben die böse Kunst ihres Vaters gar