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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 9-10 (1875) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
9-10 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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156 reiche, um die jungen Leute ihrer Gemeinde dem Unglauben in die Arme zu treiben. Sie aber hielten ihm entgegen, daß er sich damit von ihrer gerechten Anklage nicht rein waschen könne. „Sie kommen und setzen unsere Rabbiner herab, indem Sie über unsere Bücher verächtlich sprechen und uicher ganzes System zu untergraben sich bemühen; Sie erschüttern den Glauben vieler unserer Religionsgcuossen an das Judenthum, an dessen Stelle Sie sich das Christenthum zu setzen bemühen, und lassen ihnen dann keine andere Wahl, als entweder Ihre Religion anzunehmen oder ganz Ungläubige zu werden." Eppstein antwortete denselben: „Ihre Anklage, in diese Form gebracht, hat einen gewissen Schein der Wahrheit, ist nun aber doch völlig falsch. Allerdings mag in einigen Fällen die Predigt des Evangeliums einen verschlimmernden Einfluß ausüben, aber dies beweist allein die Wahrheit des Neuen Testaments, in dem Paulus sagt, daß das Evangelium von Christo den Einen ein Geruch des Lebens zum Leben, den Andern ein Geruch des Todes zum Tode sei." Dieselbe Sonne schmilzt eben das Wachs und verhärtet den Thon. Befördert das Evangelium in Einigen den Unglauben, so muß dies als ein Uebergangsstadium angesehen werden, um danach einen gesunden und einsichtigen Glauben zu erzeugen. Ein Stillstand ist in dem Missionswerke zu Jerusalem eingetreten. Mit besonderem Schmerze, so schreibt einer der dortigen Missionare, sieht er sich immer deutlicher daselbst einen betrübenden Zug entgegentreten — nämlich, daß unter den Hunderten von Juden, mit denen er während des Jahres verkehrte, nicht einer war, der ein wirklich lebendiges Gefühl von der wahren Natur der Sünde gezeigt habe. — Eben deshalb bleibt denn auch der Appell an die Gewissen, um in ihnen ein Sündenbewußtsein zu erwecken, die Hauptsache. Eigenthümlich ist der Zustand der Juden in Damaskus. Dieselben bilden eine ziemlich abgeschlossene Kaste, so daß sie sich selten mit Juden aus anderen Gegenden verheirathen. Deshalb stehen aber auch die Familienbande in hohen Ehren, und wenn ein Glied Christ wird oder in öffentliche Opposition gegen den Willen der Rabbiner tritt, so leidet die ganze Familie mit ihm und er wird von der ganzen Gemeinde verflucht. Kein Wunder, daß die Juden, selbst wenn sie von der Wahrheit des Evangeliums über-

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