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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 9-10 (1875) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
9-10 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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154 brannte es. Ein Jahr später kam der Kolporteur wieder an denselben Ort und der junge Mann lauste ein anderes Exemplar. Zu dieser Zeit hielten sich seine Eltern auswärts auf, und so war er im Stande, das heilige Buch unbelästigt zu lesen; da er aber einige Stellen nicht verstand, stug er einen vertrauten Freund um Rath, der ihn jedoch dem Chacham verrieth, welcher ihm das Buch mit Gewalt nahm und es vernichtete. Drei Jahre vergingen seitdem, nach dieser Zeit aber bot ihm der Kolporteur wieder dasselbe Buch an, nach welchem er ein so großes Verlangen trug. „Mein Vater", rief er aus, „ist in . . . ., ich habe mich jetzt mit einem Geschäfte niedergelassen und werde nun wohl Sorge tragen, daß mir nicht wieder ein Chacham in den Weg tritt." Freilich aber hat der Kolporteur ein Amt, das ihm auch Vieles zu tragen aufgiebt. Auf einer seiner Reisen in das Innere wurde er krank, weil er sich allen Unbillen des Wetters hatte aussetzen müssen und die Wege fast grundlos waren. Auf der zweiten Reise bereiteten ihm die Schneegestöber und die Fröste vom Balkan her ein anhaltendes Leiden. In der Hauptstadt sind seine Dienste in Folge der Einfalt und des Ernstes, mit denen er seinen Brüdern den einen großen Hauptgegenstand seiner Thätigkeit — Jesum Christum — vvrhielt, von hohem Werthe gewesen. Allerdings hatte er dafür von hartherzigen und fanatischen Leuten Beschimpfungen, Verfluchungen und alle Arten von Unwürdigkeiten zu erleiden; sein Trost aber war, daß sein Meister solches Alles vor ihm erlitten hatte. Eine wichtige Stelle in den Missionsbemühungen nimmt überall in jenen Ländern die Schulthätigkeit ein; nur wurde dieselbe zu Zeiten durch das Dazwischentreten der Rabbiner gestört. Die Schule wurde in Constantinopel täglich von 120—130 Schülern besucht. Taufen, die sich im zweiten Halbjahr ereigneten, zogen der Schule einen Bann zu. Am Weihnachtsmorgen zog der jüdische Ausrufer über den dicht gedrängten Marktplatz und verkündigte, daß, wer irgend mit den Protestanten eine Gemeinschaft unterhalten oder seine Kinder in ihre Schulen schicken würde, damit auch excommunicirt sein solle, alle religiösen Gebräuche ihm verweigert werden und er selbst nicht sterben, sondern auseinanderbersten werde! Dies Verfahren fand den Beifall aller Fanatiker, erregte aber das tiefste Mißfallen aller Bessergesinnten. Die Ersteren jedoch gingen von Haus zu Haus und versuchten durch

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