Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 9-10 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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158 erfreulich war es für die eigentlichen Arbeiter an dem Werke, daß sich eine christliche Dame aus freiem Triebe an demselben recht erfolgreich betheiligte. Dieselbe kaufte einmal 559 Traktate und ging dann mit denselben unter die Juden, an welche sie, überall von ihnen artig ausgenommen, die Büchlein vertheilte; so daß sie sich ermuthigt fühlte, denselben Versuch noch ein zweites Mal mit neuen 140 Schriften zu machen. Ueberhaupt aber hat die Circulation dieser Schriften einen lebhafteren Charakter angenommen und lockt nun sogar bereits viele Juden in das Missionsbücherlager, um sich stets neues Material zu kaufen. Man beschränkt sich aber nicht auf die Juden der Hauptstadt allein, sondern sucht sich auch denen in den Provinzen zu nähern; so wurde die Gegend von Saloniki und von Adrianopel mit Umgebung besucht. Die Juden fanden sich da an den Sabbathen vom Morgen bis zum Abend in dichten Schaaren in den Wohnungen der Missionare ein und forderten dieselben auf, bei ihnen mindestens einen Monat zu bleiben. Bei der ersten Begegnung mit einem bekannten Chacham (Weiser) bekannte derselbe: „Auswendig bin ich ein schlechter Jude, aber inwendig ein wahrer Israelit". Ein Anderer räumte ein, daß er zur Vermehrung seines dürftigen Einkommens Leuten die Nativität lese, das Horoskop stelle und andere Arten von Wahrsagungskünsten übte; als dem Manne aber darüber ernste Vorstellungen gemacht waren und er das N. Test, gelesen halte, legte er, wie die Leute zu Ephesus, die Zauberei trieben, seine Zauberbücher und Instrumente fort und entschloß sich, fortan nur noch JesUm den Gekreuzigten wissen zu wollen. Der Missionar hatte dann noch mehrere Briefe von ihm, in denen er seinen Wunsch, nach der Hauptstadt zu kommen, aussprach, um der evangelischen Wahrheit weiter nachzusorschen und Christum vor Allen zu bekennen. Ebenso freundliche Aufnahme fanden die Missionare in der nächsten Stadt, obgleich der Chacham ihr ausgesprochener Widersacher war. Hier gefiel es dem Herrn, einem jungen Manne auf merkwürdige Art die Augen zu öffnen. 4 Jahre zuvor kam ein reisender Kolporteur, ein Grieche, des Weges, und der junge Alaun kaufte von ihm ein N. Testament; sein Vater aber überraschte ihn eines Teges bei der Lektüre und redete ihn an: „Dies Buch handelt von Christas — wie kommst du dazu, solche Literatur zu studiren?" Unter diesen Worten nahm ihm der Vater das Buch weg und ver-