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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 9-10 (1875) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
9-10 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Sekten getheilt; jede Sekte hat ihren besonderen Namen, man nennt dieselben von Len Städten, in denen ihre Rabbiner leben, oder nennt sie nach diesen Leuten selbst. Den Rabbi nennen sie den Zadik (Gerechter) „guter Jude"; sie glauben an denselben im eigentlichsten Sinne des Wortes und beten ihn selbst fast an. Für den Missionar sind die Krakauer Juden ziemlich zugänglich; es ist nicht eben schwer, mit ihnen in ein Gespräch über das Christenthum zu kommen. Blasphemieen gegen Christum und seine Kirche hört man auch in der lebhaftesten Disputation nicht. Es fehlt auch nicht an wirklich ernster der Wahrheit zugewandten Seelen. So besuchten eines Abends zwei junge Leute, die Söhne eines reichen Bankiers, den Missionar Rappoport und sagten bei ihrem Eintritte in's Zimmer: „Wir bitten um Verzeihung, daß wir Sie in so später Stunde (9(4 Abends) besuchen; wir wünschten schon seit einiger Zeit Ihre Bekanntschaft zu machen, konnten aber leider hierzu keine Gelegenheit finden, da die Augen unserer Eltern, nachdem sie gehört, daß seit einem Jahre ein Missionar hierher gesandt sei, auf uns gerichtet sind; und sie sind jetzt wachsamer denn je, nachdem sie gehört haben, daß auch noch ein Zweiter angekommen sei. Sie warnen uns nun beständig, auch nur vor Ihrer Wohnung vorüberzugehen, und bei der geringsten Frage, die wir manchmal an sie richten, sagen sie sogleich: „Ihr seid sicher mit den Missionaren zusammengekommen". Sie können sich nicht denken, äußerte dann der Eine, welche Freude wir empfanden, als wir Sie auf der Promenade mit einer Gruppe von Juden im Gespräche sahen. Wir folgten Ihnen, als Sie dieselben verließen, um Ihre Wohnung zu erfahren, und als wir dann frugen, ob noch andere jüdische Familien in dem nämlichen Hause wohnten, waren wir sehr erfreut, als der Haushälter dies verneinte; eben daher haben wir uns nun aber die Freiheit genommen. Sie zu besuchen." Nach einer kurzen Unterredung mit dem Missionar kauften sie danach ein hebräisches N. T. und empfingen dankend einige Traktate. „Nun sind wir für einige Zeit versehen", antworteten sie, „und hoffen später wieder eine Gelegenheit zu finden, um Sie zu sehen. Ihre Wohnung ist ja an einer sicheren Stelle, wo wir, ohne gesehen zu werden, eintreten können." Bei einer andern Gelegenheit war der Missionar von den Juden auf dem Ringplatze umgeben. Der Gegenstand des Gespräches war.

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