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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 9-10 (1875) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
9-10 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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143 zuerst den Segen Gottes und viel Glück zu wünschen und zugleich zu fragen, ob Sie nicht geneigt wären, au einem so denkwürdigen Tage sich mit einer Bibel oder einer Haphtorah zu versehn." Kaum hatte ich diese Worte ausgesprochen, als sich alle meine Bücher der Durchsicht des Rabbi zu unterwerfen hatten, der sie als richtig und genau erklärte und ihren Ankauf genehmigte. Er selbst nahm einen Pentateuch und ein N. Testament im jüdischpolnischen Dialekt und ein deutsches Exemplar des „Wahren Israeliten" von M.' Caul; der Bräutigam kaufte eine Haphtorah und viele Gäste folgten seinem Beispiele. Das Verlangen nach Traktaten wurde allgemein, und nachdem sich Alle versorgt hatten, ließ ich mich auf ihre Aufforderung hin nieder, und es erfolgte ein langes Gespräch über einige messianische Stellen, während der Bräutigam indeß zusah, daß ich mit einigen Erfrischungen versehn wurde. Alle waren sehr freundlich gestimmt und benahmen sich durchaus angemessen; beim Abschiede reichten mir die Meisten die Hand und entließen mich mit freundlichen Wünschen. Ein anderes Gasthaus war nicht weniger zahlreich besucht, und obgleich man mir einige Male die Thür wies, so fand ich doch auch hier eine hübsche Zahl von willigen Käufern meiner Bibeln, während Andere recht gern die angebotenen Traktate annahmen. Aber die beste Gelegenheit zur Arbeit fand ich in dem Laden eines Herrn P., der von fast allen auswärtigen Juden besucht wurde, die dort ihr russisches Geld in preußisches umwechselten oder sonst daselbst ein Anliegen hatten. Bei den hier stattfindenden Gesprächen nahmen immer Einige meine Partei in der christlichen Erklärung des 2. Psalms „Küsset den Sohn", jener Stelle, auf welche sich gewöhnlich zuerst ihr Blick richtet. Besonders leistete mir ein Herr T., der früher einmal in London gewesen war, beständig Hilfe, und das Gewicht seiner Worte fühlte mancher seiner Brüder. Bei der einen Gelegenheit war der Laden ganz voll von Fremden, von denen zwei aus ihr eigenes Verlangen ein N. T. empfingen; einer der Beiden beabsichtigte allem Anscheine nach von dem Buche einen guten Gebrauch zu machen, der andere verließ sofort, nachdem er das Testament empfangen hatte, den Laden, und die Uebrigen folgten ihm. Nach einer kleinen Zeit kehrte eine Gruppe derselben zurück und zeigte mir triumphirend allein den Einband des Buches. Ich antwortete ihnen: „Der Tag wird kommen, wo sich eure Augen

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