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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 9-10 (1875) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
9-10 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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138 Predigt über das Wort des Heilandes: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" vernahm, begab er sich selbst in den christlichen Unterricht und wurde zuletzt auch getauft. Ein schweres Hinderniß für den Fortschritt des Evangeliums unter den Juden in Rom ist, daß sich die Protestanten daselbst in zu viele Sekten zertheilt haben. Aehnlich wie dieser Bericht lautet auch der andere aus Triest. Auch von dort her kommt die Klage, daß die Juden jener Gegend sich völlig von ihren weltlichen Geschäften und Zerstreuungen gefangen nehmen lassen, so daß sie gegen alle Religion, ihre eigene nicht ausgenommen, ganz gleichgültig sind, während die etwas ernster Gerichteten dem verderblichen Einflüsse ihrer Umgebung unterliegen, wozu nicht am Wenigsten die Seltenheit eines wahrhaft lebendigen und sich selbst verleugnenden Christenthüms in jenen Gegenden gehört. Gehen wir dann zu Deutschland über, so werden wir im Allgemeinen auch kein befriedigendes Bild von der religiösen Verfassung seiner Juden gewinnen. Was die Breslauer Missionare nach ausgedehnten Missionsreisen, die sie in Deutschland und Oesterreich-Ungarn gemacht haben, schreiben, das gilt im Allgemeinen für das ganze deutsch-jüdische Gebiet. So äußert sich einer derselben: „Weltlicher Erfolg und das ihr ganzes Leben in Anspruch nehmende Geschäft lassen den Meisten keine Zeit zu religiösen Gedanken. Und doch beschränkt sich das Uebel nicht etwa auf die Handel treibenden Juden, sondern Rabbiner und Lehrer sogar verlassen in großer Zahl ihren früheren Beruf, um sich ungehindert in ein hastiges Rennen und Jagen nach Geschäftsgewinn und Reichthum, die Tausende innerlich tödten, stürzen zu können." Als der Missionar Gelegenheit nahm, sich gegen einen Rabbiner über diesen traurigen Zustand der Dinge zu äußern, war desselben einzige Antwort: „Das Judenthum hat eine solche Lebenskraft in sich, daß es die Leute schon auf dem rechten Wege erhalten wird, oder wenn dies nicht der Fall wäre, sie nach allen Abirrungen zurückbringen würde" — und diese Kraft fand der Genannte in der bloßen Vernunft seiner Volksgenossen. „Jedesfalls," schreibt ein Anderer, „ist gegenwärtig, und das gilt im höchsten Grade von den Juden Deutschlands, den geistigen Führern des ganzen Stammes, die letzte Zeit der talmndischen Periode. Der Talmud hat seine

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