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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 9-10 (1875) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
9-10 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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184 Rest der Bemerkungen des Rabbi über den in seiner Gemeinde vorherrschenden Materialismus, der sich mit einem äußeren Zurschautragen einer gewissen Religiösität verbände, war auch keineswegs schmeichelhaft für seine Zuhörer. Um so fleißiger waren die Missionare bemüht, den Seelen ihrer jüdischen Mitbrüder das seligmachende Evangelium nahe zu bringen. Und es ist sicher eine ermuthigende Thatsache, daß an den meisten hohen jüdischen Festtagen nicht wenige Juden in christlichen Gotteshäusern die Verkündigung des Evangeliums durch die Missionare angehört haben. Die Zahl der bekehrten Juden Hollands aber ist keine ganz geringe, auch in der evangelischen Geistlichkeit finden sich dieselben vertreten. Missionar Adler hatte den Wunsch, mehreren dieser Proselyten auf einmal nahe zu treten, und lud die ihm Bekannten ein, mit ihm das neue Jahr im Gebet zu beginnen; sein Vorschlag fand willige Aufnahme, und 38 Judenchristen versammelten sich bei dieser Gelegenheit, ihre Kniee im Namen Jesu zu beugen. In Frankreich zählt die Londoner Gesellschaft 2 Stationen: Paris und Marseille. Von Paris aus wird die nördliche Hälfte des Landes bereist, von Marseille aus die südliche. Rev. Burnet, Missionar in Paris, berichtet, daß in den von ihm besuchten Orten ebenso wie in der Hauptstadt die talmudisch gesinnten Juden die sehr kleine Minorität bilden; weitaus die größte Zahl gehört der liberalen oder selbst der skeptischen Schule an, und viele sind gegen die Ansprüche der Religion vollkommen gleichgültig. Selbst viele Rabbiner leugnen die göttliche Autorität und die Wunder der heiligen Schrift. Aehnlich steht es mit den Juden in Marseille und Süd-Frankreich. Die Gemeinde jener Stadt hat in den letzten Jahren der Zahl und dem Einflüsse nach sehr zugenommen. Die wohlhabendsten Kaufleute und Bankiers des Platzes sind Juden; fast alle Kleiderläden befinden sich in ihren Händen, den Handel mit alten Kleidern dagegen hat man den ärmeren Christen überlassen. Ihrer weltlichen Lage nach befinden sich die Juden dieser Stadt in einer glücklichen und blühenden Verfassung, ihr geistlicher Zustand dagegen ist ein äußerst beklagenswerther. Mit ihren christlichen Nachbarn kennen sie kein höheres Streben, als sich Reichthum zu sammeln. Die Geschäftsstunden dauern von früh 8 bis Nachmittag 8 Uhr, und

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