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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 7-8 (1875) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
7-8 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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120 so traten sie doch an mehreren Stellen des russischen Reiches in besonderen Unternehmungen zu Tage, nämlich in Bcssarabie» mit dem Mittelpunkte Kischinew, in Polen mit den Mittelpunkten Warschau und Plochocin bei Warschau, in Mitau und in Petersburg. Petersburg besitzt eine Missionsschule für jüdische Zöglinge, aus der sogar bereits mehrere Diakonissen hcrvorgcgangcu sind. In Plochocin hat der Gutsbesitzer Janasc, selbst Proscüst, mit ungemeiner Opferwilligkcit ein Waisenhaus für jüdische Kinder erhalten und die Bestrebungen eines Geistlichen, Pastor Dworkowicz in Warschau, der dort in Verbindung mit der lutherischen Kirche als Missionar wirkt, thütig unterstützt. Auch hatte sich in der polnischen Hauptstadt ein Verein gebildet, welcher die Missionssache ans mannigfache Weise zu fördern suchte; aber allerdings sicht dieser Verein gegenwärtig seiner Auflösung entgegen, wahrscheinlich jedoch nur, um in anderer Gestalt wieder auszuleben. — In Kischinew hat Pastor Faltin den dortigen Rabbiner Kurland für das Christcnthum gewonnen und in ihm der Mission einen ihren vortrefflichsten Mitarbeiter zugeführt. Die Mission in Kischinew hat sich vergrößert, wird von den lutherisch-deutschen Gemeinden Bcssarabicns treu unterstützt und hat durch Errichtung eines Industrie- Hauses, in welchem die Kandidaten angchalten werde», sich für ihren künftigen Lebensunterhalt durch Erlernung eines Handwerkes eine gesunde Grundlage zu schaffen, dem MissiouSwerke einen neuen Halt verliehen. Gegenwärtig wird diese Mission auch durch die Londoner Gesellschaft für Israel unterstützt. — Von Mitau aus wirkt Pastor Gurland im Aufträge der lutherischen Kirche der Ostsccprovinzcn als Judenmissionar. Die Erfahrungen desselben haben uns-einen neuen Einblick in das religiöse Gähren so mancher jüdischer Kreise Rußlands eröffnet. Missionare der Londoner Mission insbesondere haben ihrer Zeit auf dem Boden Lithauens den Samen des Evangeliums reichlich ausgestreut; die lithauischen Juden galten ihnen auch stets als besonders empfängliche. Pastor Gurland durfte nun seit dem Jahre 1871, wo er zum ersten Mal Wilna besuchte, wahrnchmen, daß vielfach in den dortigen jüdischen Kreisen ein lebhaftes Frage darüber stattfand, ob nicht doch etwa Jesus der Messias Israels sei. Ein Rabbi, Elias Moische, zumal hatte bereits einen zahlreichen Anhang durch seine Lehre, daß Jesus ja vor Allem der

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