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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 7-8 (1875) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
7-8 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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119 theilte evangelische. Jedesfalls hätten alle diese drei in dem weiten Sinne, wie oben davon die Rede war, die Aufgabe, Missionöarbeit unter den Juden zu treiben. Von der römischen Kirche Rußlands ist es jedoch nicht bekannt, daß sie für diesen Zweck auch nur das Geringste thäte. Wohl treten zu ihr hier und dort auch in Rußland Juden über, aber von Bemühungen dieser Kirche, den Juden das Christenthum nahe zu bringen, ist bisher noch nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen. Die Zahl der zur griechischen Staatskirche übertretenden Juden ist keine geringe; unter Kaiser Nicolaus wurde dieselbe eine Zeit lang jedes Jahr durch den h. Synod dem Kaiser genannt und sie belief sich damals auf 1000 oder mehr Personen des Jahres. Seitdem werden diese Listen nicht fortgeführt, und so hört man auch nur zufällig da oder dort von den übrigens zahlreichen Uebertritten der Juden zu dieser Kirche. Direkte Judenmission wird lediglich und auch nur hier allein im beschränktesten Maße durch ein Institut der griechischen Kirche getrieben, nämlich durch das Asyl für Taufkandidaten und getaufte Judenkinder in Petersburg. Allerdings steht nun aber auch zumal der römischen Kirche für eine heilsame Wirksamkeit ihre Verachtung der Juden und die tiefe Lieblosigkeit im Wege, mit der die katholischen Christen denselben in Rußland begegnen; und überhaupt können die Juden weder au den römischen noch an den griechischen Christen Rußlands viel von einer Gesinnung wahrnehmen, welche sie innerlich anzusporncn im Stande wäre. Ernstlicher sind die Anstrengungen der Evangelischen Kirche Rußlands auf diesem Felde. Den Anfang der protestantischen Missionsarbcit unter den Juden Rußlands hat aber freilich nicht die nationale evangelische Kirche, sondern die Londoner Gesellschaft für Israel gemacht, welche in den Jahren 1821—1852 mit Erlaubnis; der Regierung in Polen ihre Wirksamkeit entfalten durste. Der Krimkrieg vertrieb die englische Mission von ihrem Posten im Winter 1854/1855; doch, ließ sie allein 361 getaufte Juden als eine der Früchte ihrer Arbeit zurück. Weit bedeutender waren die durch das Wirken dieser Gesellschaft nun einmal auf Christen und Juden ausgcgangeneu Anregungen. Die evangelische Kirche Rußlands hat seitdem der Juden nicht mehr vergessen können; und waren die Missionsbemühungen derselben auch nicht lebhafte.

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