Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 7-8 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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102 bestochene Gesinde erfährt er Alles, was in dem herrschaftlichen Hause geschieht. Wenn ein Gctrcidemäkler auf ein Dorf kommt, so kehrt er zuerst in der Schänke ein, um sich zu oricntircn, und begicbt sich dann erst zum Pan. Mag er nun mit demselben ein Geschäft abgeschlossen haben oder nicht, so wird er jcdcsfnlls vor seiner Abreise wieder in der Schänke vorsprcchen und dort dem Kortschmar unter dem Chcrcm (Bann) das Persprcchcn abnchmen, seine Interessen zu überwachen. Wenn der Pan mit dem Mäkler über den Preis nicht einig geworden ist, so kann er sicher sein, daß kein zweiter Käufer mehr erscheint, denn da, wo ein Jude zu handeln nngcfangen und den Cherem aufgelegt hat, kommt nie ein anderer Jude mehr hin. Der Gutsbesitzer, der unter solcher Kontrolle steht, kann überzeugt sein, daß jeder neu erscheinende Käufer von dem ersten geschickt ist, und wird sich endlich gcnöthigt sehen, billiger zu verkaufen, als man ihin Anfangs geboten hat. Versucht er aber, das Getreide in der nächsten Stadt zu verkaufen, so wissen alle dortigen Juden schon, wer bei ihm gewesen und was man ihm geboten hat, und stellen demgemäß ihre Preise. Das Mäklerunwescn hat sich im jüdischen Handel so fest eingewurzelt, daß die Mäkler selbst dann ihre Provision erhalten, wenn ein Geschäft ohne sie abgeschlossen ist. Die Zahl der christlichen Kauflcute in West-Rußland ist nicht groß, und die Geschäfte, welche sic machen, sind von keiner großen Bedeutung. Die russischen Kauflcute handeln entweder mit Maaren, die sie von dem Jahrmärkte in Nischni oder aus Moskau bezogen haben, oder mit ausländischen Maaren. Der ganze lokale Handel befindet sich ausschließlich in den Händen der Juden. Ohne ihre Bcthciligung wird kein Geschäft gemacht; alle Märkte, Jahrmärkte und Bazare sind von Juden überfüllt, die sich mit bewunderungswürdiger Geschicklichkeit der Käufer zu bemächtigen wissen. Ein solcher Monopolismus der Juden, der sic von anderen Beschäftigungen abhält, muß einen höchst uachthciligcn Einfluß auf den Wohlstand des Landes ansübcn. Die Juden halten in ihren Händen die ganze landwirthschaftliche Industrie, geben ihr eine naturwidrige Entwickelung, und, indem sie alle Geschäfte von sich abhängig machen, bestimmen sic die Preise, die immer niedriger, als der reelle Werth der Waarc sind. In Folge dessen entwickelt sich die lokale Industrie nur sehr langsam, und der für seine Arbeit schlecht