Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 7-8 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 die Kommissionäre gewisse Prozente von dem gemachten Geschäfte (Va von dem Verkäufer, 1 von dem Auftraggeber). Außer den Kommissionären sind die Mäkler für den jüdischen Handel geradezu unentbehrlich. DaS Geschäft des Mäklers besteht darin, AlleS zu wissen. Alles aufzuspüren, die interessirtcn Parteien zusammenzubringen, alle Handlungen der Personen zu überwachen, die mit dem Kaufmannc in irgend einer Verbindung stehen; — mit einem Worte — alle Interessen seines Prinzipals zu vertreten. Der Mäkler ist ein lebendiger Preiscourant, in dem die Preise, die Quantität und Qualität der verkäuflichen Waareu, deren Aufenthalt, kurz alles das verzeichnet ist, was den Käufer interesfiren könnte. — Mäkler ist fast ein jeder Jude; ja man kann wohl mit Recht behaupten, daß er dazu geboren ist. Die Mäkler des einen Marktes lassen keinen fremden dahin und betreten selbst auch keinen fremden Markt, sondern rekommandiren ihre Klienten einem bekannten Mäkler an seinem Orte. Es giebt spezielle Mäkler für den Getreide-, Talg-, Salz- und Holzhandel. Da, wo nur immer Juden wohnen, ist das ganze Land von einem Netz von Mäklern überzogen, welche in die geheimsten ökonomischen Schlupfwinkel der Gegend eindringen. Der Mäkler versteht es, sich überall und für Jedermann unentbehrlich zu machen. Der Gutsbesitzer, besonders der polnische, ist der geborene Freund des Juden, der ihm schmeichelt, sich vor ihm erniedrigt, immer weiß, wo und wie man Geld auftreiben und seine Produkte am Vortheilhaftestcn verwcrtheu kann. Eine Stufe niedriger als der Mäkler steht der Kortschmar oder Schankjude. Zerlumpt und bettelhaft in seinem Aussehen spielt auch er eine wichtige Rolle in dem Handel, besonders in dem Getreidehandel. Da, wo er sich niedergelassen hat, beginnt auch der Handel mit Getreide für baares Geld oder häufiger noch für Branntwein. Alle Winkel der jüdischen Wohnung sind mit der Habe der Bauern angefüllt, während in der Scheuer das zu kleinen Partiecn angekaufte Getreide aufgespeichert 'liegt. Nach und nach verwandelt sich der zerlumpte Jude in den Besitzer sämrntlicher Getrcidevorräthe der Bauern und fängt größere Spekulationen an. Außerdem hat der Schankjude noch eine andere Bedeutung für den Handel; ihm ist nämlich die lleberwachung seines Gutsherrn „Pan" anvertraut. Sein scharfes Auge sieht Alles, was. auf dem herrschaftlichen Hofe vorgeht. Durch das von ihm durch Branntwein