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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 7-8 (1875) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
7-8 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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100 bcv russischen Juden lehrreiche Mittheilungcn gemacht. Er schreibt: „Die westlichen und südlichen Provinzen Rußlands sind mit Juden augcsüllt, welche den Handel vollständig in ihre Hände gerissen haben. Der jüdische Händler beschäftigt sich mit keinem einzelnen Handelszweige, im Gegentheil, er befaßt sich mit Allem, wobei nur etwas zu verdienen ist. Die Juden kaufen besonders gern Manufakturwaaren aus erster Hand, die sie dann im ganzen Westen des Reichs mit Vortheil absetzcn. Ebenso ist auch der ganze Handel mit ausländischen Maaren in den Händen der Juden. Die Juden dringen bis zu den entferntesten russischen Jahrmärkten vor, trotzdem ihnen der Besuch derselben verboten ist. Aus den Jahrmärkten, wo cs ihnen erlaubt ist, zu handeln, gewinnt der Handel ein gewisses fieberhaftes Ansehen. Sie erscheinen in ungeheurer Menge und verkaufen ihre Waarc in Buden en gros, en detail, auf Tischen, oder tragen sie von Haus zu Haus. Um jeden jüdischen Großhändler schwärmen hunderte von armen Juden, die ihre Waaren von demselben auf Kredit nehmen und im Einzelnen verkaufen. Die Juden unterstützen stets einer den andern; sie haben ihre Banquiers, Mäkler, Agenten, ja selbst ihre Fuhrleute, lieber das ganze westliche und südliche Rußland ist ein zahlloses Heer von Agenten und Kommissionären reicher jüdischer Großhändler zerstreut. Diese bilden das Bindeglied zwischen den Kaufleuten und den Producenten, zwischen den entfernteren Märkten und den Handelscentrcn. Die Obliegenheiten der Kommissionäre bestehen in dem Ankäufe von Waaren und in den periodischen Berichten, die sie über alle ökonomischen Neuigkeiten an ihre Herren abzustatten haben; über die Ernteaussichten, über die Preise aller nur möglichen Produkte, wobei sie ihre Ansicht über den Vortheil dieser oder jener Handelsoperation mittheilen. Diese Kommissionäre haben einen unbegrenzten Kredit. Hunderttausende werden ihnen baar oder in Wechseln zugeschickt und zwar ohne jegliche Garantie. Den größten Theil seiner Zeit bringt der Kommissionär auf Reisen zu; einmal im Jahre kehrt er nach Hause zurück, um seine Verwandten zu besuchen und seinem Auftraggeber persönlich Bericht über die gemachten Handelsoperationen zu erstatten. Auf diese Weise hat der Kaufmann stets die genauesten Nachrichten über den Zustand des ganzen Landes, natürlich vom jüdischen Gesichtspunkte aus betrachtet. Statt des Gehaltes erhalten

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