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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 5-6 (1875) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
5-6 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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94 kündigung des Evangeliums keine vollen (reifen) Früchte getragen hat. Es ist eine schwere und harte Arbeit, wo eigene Kraft und Weisheit nicht ausreicht, sondern täglich die Kraft und Weisheit Gottes erfleht und angezogen werden muß; besonders wenn man angewiesen ist, unter den Falascha in Assoso und Gondar zu wirken. Die Kinder Israel sind (auf der ganzen Erde) ein halsstarriges und streitsüchtiges Volk; ganz besonders aber die Falascha, welche in Assoso und Gondar wohnen. Nachdem wir uns im Mai, nach Ihrer Abreise, eine kleine Strohhütte zur Wohnung gebaut hatten, besuchten wir regelmäßig alle Samstage die Falascha - Orte Abora,' Zada, Antonios re. Ueberall wo wir hinkamen, machten wir die Erfahrung, daß sich die älteren Falascha, Männer und Weiber zurückzogen und sich als ganz unzugänglich dem Evangelium nicht allein, sondern auch dem Umgang mit uns verschlossen zeigten. Dagegen haben sich die jüngeren Männer und Weiber, Jünglinge und Jungfrauen mit der Jugend jedesmal um uns im Freien oder unter einem Baume versammelt und uns aufmerksam zugehörj. Unter diesen sind Viele, welche um ihr Seelenheil bekümmert sind; aber Jesum Christum als Sohn Gottes, Erlöser und Seligmacher anerkennen und im Glauben ergreifen, können sie noch nicht. Wir bitten Gott, er wolle ihnen dieses Geheimniß offenbaren. — Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Andere sind unter ihnen, welche ihren Haß gegen uns und das Evangelium, besonders aber gegen den Heiland offen kundgeben und uns mit Spott und Verachtung behandeln. Unter solchen Erfahrungen trösten wir uns mit den Worten Jesu Matth. 10, 22: „Ihr müsset gehasset werden von Jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an's Ende beharret, der wird selig." Die Kinder der Falascha in Assoso besuchten unsere Schule von Mitte Mai bis Ende September. Von da an verhindern die Väter ihre Kinder, unsere Schule zu besuchen. Es ist uns bis jetzt nicht gelungen, die Leute hier zu unserem Sonntags-Gottesdienst herbeizuziehen. Wir haben sie nicht nur eiugeladen, sondern wiederholt dringend gebeten zu kommen, um das Wort Gottes zu hören, durch welches ihre Herzen erneuert werden. Doch dürfen wir nicht verschweigen, daß bei dem Schweren und Entmuthigenden, das wir haben, auch manches Erfreuliche und Erquickende sich in unsere Erfahrungen bisher verwoben hat. Seit wir hier sind, ist. noch kein Tag vergangen, an dem wir nicht Besuchende aus der Nähe und Ferne hatten, mit denen wir das Wort Gottes lesen und über das Eine Nothwendige reden konnten. Ja, wir hatten Tage, wo der Andrang der Besuchenden so stark war, daß wir keine Zeit zum Essen fanden. Die meisten sind abyssinische Christen, welche durch die Verdienste der Heiligen selig zu

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