Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 5-6 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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95 werden hoffen.. Wir zeigen ihnen aus dem dienen Testament, daß Christus der einzige Heiland und Mittler ist, und daß der Mensch durch ihn allein selig wird, ja, daß auch die Heiligen nur durch ihn selig wurden und darum Andern nicht zur Seligkeit helfen können." Aus -er Türkei. In der Türkei beginnt gegenwärtig eine immer heftiger sich äußernde Opposition gegen das Missionswerk der evangelischen Kirche zu erwachen. Das Blatt der amerikanischen Presbyterianer, welche besonders in Konstantinopel und im türkischen Asien recht bedeutsame Erfolge bereits erzielt haben, schreibt darüber: Aus zweierlei Ursachen wird der Protestantismus von den Türken gefürchtet: — Eine derselben ist die, daß er die sogenannten Namenchristen ergriffen und aus eine höhere Stufe erhoben hat. Die Missionare sind bisher bemüht gewesen, diese alten Namenchristen zu erleuchten und zu bekehren, daß nicht nur ihre Seelen gerettet, sondern sie selbst auch zum Werkzeug gebraucht würden, auf die Muhamedaner den gewünschten Einfluß auszuüben. Indem nämlich diese sich Christen nannten, waren sie im Grunde nichts als Götzendiener und daher ein Hinderniß für die Wahrheit, wenn sie aber bekehrt sind, müssen sie für dieselbe wirken. Im Lause der Jahre hat der Einfluß des Protestantismus sich immer mehr ausgedehnt, diese Namenchristen zu einem höheren Grad der Eivilisation, der Erkenntniß und des Einflusses erhoben und ihr Gefühl für Freiheit und Männlichkeit wachgerufen. Die Muhamedaner haben diese Veränderungen wahrgenommen und nach deren Ursachen sich umgesehen. Sie können sich nicht verhehlen, daß weder Frankreich noch Rußland dieses bewirkt haben, obgleich beide es niemals an Protektion, Schleichwegen und Geldspenden haben fehlen lassen; sie sehen ein, daß protestantische Schulen und ihre Bibeln es bewirkt haben; und sie begreifen, daß wenn diese Bewegung nicht erdrückt wird, die Zeit nicht mehr ferne ist, wo das Joch abgeschüttelt und die Sklaven zu Herren werden. — Die zweite Gefahr, welche der Muhamedaner gegenwärtig gewahr wird, ist die, daß der Protestantismus den Islam unterminirt. Seit etwa einem halben Jahrhundert wurde der Protestantismus geduldet, an manchen Orten und Zeiten sogar bis auf einen gewissen Grad beschützt, einfach deshalb, weil die Türken ihn nicht fürchten zu müssen glaubten. Als aber der protestantische Glaube seine Lebenskraft anfing zu entfalten; als er die Blätter des Wortes des Lebens herumstreute, und diese ihren Weg dahin fanden, wo nur der Koran regierte, kam der starke Mann zu der Ueberzeugnng, daß ein Stärkerer über ihn gekommen und