Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 5-6 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554821-2554824--06379-2562363- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
90 Dann blieb er wieder eine Weile still liegen, das Auge ohne Zweifel nach der Herrlichkeit gerichtet, die ihm bald sollte geoffenbart werden, und schon im Vorgenuß der Herrlichkeit in des Vaters Wohnungen, ruft er den Seinen, die an seinem Bette standen, zu: „Kommt mit, lasset uns singen: Hier auf Erd' ist Schmerz und Leiden u. s. w." Bald danach verschied er." An seinem Grabe aber, das große Schaaren seiner Freunde aus allen Theilen des Landes umstanden, sprach ein Geistlicher der reformirten Kirche so recht aus dem tiefsten Herzen der Gläubigen Hollands heraus: „Der entschlafene Freund, ein Sohn Abrahams, ein Abkömmling Israels, ist mit Da Costa (dem zweiten großen Proselyten Hollands in diesem Jahrhundert) ein Werkzeug in Gottes Hand für die Wiedererweckung und Belebung des christlichen Glaubens und Lebens in Holland gewesen. . . . Ausführlichere Lobreden und Ruhmeserhebuugen wären da vom Uebel, wo solche Thaten geredet haben." Ein Zeugniß aus Amerika. Jüngst erhielten wir einen Brief von einem Geistlichen aus Amerika, der auch unsere Leser interessiren wird. Es heißt in demselben: „Soeben erhielt ich das erste Heft der „DibreEmeth“ pro 1875, das mich durch Ihre darin angegebene Adresse in den Stand setzt, einem schon lange gefühlten Bedürfnisse Genüge zu leisten." Und nun folgen nach einigen Zeilen, welche die besondere Sorge des theuern Briefschreibers für ihm liebe Menschen in der früheren Heimath an den Tag legen, etliche Angaben desselben über seinen Lebensgang, die uns sehr mittheilenswerth erscheinen: „Breslau hat für mich manch liebe Erinnerungspunkte, denn dort besuchte ich das Matthias-Gymnasium auf der Schuhbrücke, dort saß ich manches Mal in dem Beth-hamidrasch in der Antonienstraße, dort besuchte ich auch Er. Frankel, in dessen Seminar ich treten wollte, aber wegen der geringen Gymnasialvorbildung erst das Gymnasium bis zur Sekunda besuchen sollte. Ob die Familie M., meine Verwandten, noch leben, weiß ich nicht, denn gegen Ende