Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 5-6 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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88 betet hat, so durste er auch mehr als 50 aus Israel unter die Fahne des Kreuzes Christi treten sehen. Aber nicht allein Israels Heil lag ihm am Herzen. Das ewige Heil seiner Stadt- und Landgenossen drängte ihn in einer Zeit, wo überall im Haag „ein ander Evangelium" verkündigt und Tausende „als Blinde von Blinden geleitet wurden", sein Haus zu öffnen für die Hungernden und Dürstenden, um von seinen Lippen die Worte des ewigen Lebens zu vernehmen. Die Bibelstunden in seinem Hause sind nicht ungcscgnet geblieben; davon gab einer seiner ältesten Freunde Zeugniß an seinem Grabe, als er zu dem zahlreichen Kreis der die Bahre Umringenden sprach: „Ich habe Capadose 33 Jahre lang gekannt und geliebt, und nie ging ich von ihm weg, ohne etwas gelernt zu haben". Die Ehre Gottes und die Verherrlichung Christi in der Ausbreitung seines Reiches in den Niederlanden war der Gegenstand aller seiner Unternehmungen. Christus war sein Leben, und das Ziel seines Lebens war, die Sünder bekannt zu machen mit dem Sünderheiland. An der Spitze des Nieder!. Ev.-protest. Evangelisations-Vereins, dessen Mitgründer und dessen Seele er war, widmete er seine Gaben und Kräfte der Unterstützung einer Gesellschaft, deren Ziel die Verkündigung eines reinen Evangeliums im ganzen Lande war. Daß er, der, wie ein Mentor, das Streben des Vereins mit seinen weisen Winken und Rathschlägen unterstützte, vermißt werden wird, das bedarf keiner Versicherung. Daß auch die Evangelischen, mit denen er wie ein Vater mit seinen Kindern umging, ihn vermissen werden, ist nur zu gewiß. Wie er groß war unter den Großen, so zeigte er auch unter den Geringeren, daß ihr Seelenheil seine Sorge war; das bezeugen seine Dienstboten, die er beim Lesen der Schrift in seinen häuslichen Andachten immer mit allem Ernst ermahnte, Jesum lieb zu haben und Ihm zu dienen. Aber nicht allein sein Herz, sondern auch seine Börse waren offen für die vielen Ansprüche an seine Liebe und Barmherzigkeit. Sie sind kaum zu zählen, die Herzen, die jetzt um ihn trauern, Herzen, die er sich verpstichtete durch seine Unterstützung in ihren zeitlichen Nöthen und noch mehr, die erweckt wurden durch seine Trostworte und Vermahnungen zur Furcht des Herrn. Wie Capadose gelebt hat mit dem Einen Ziel vor Augen, nämlich die Ehre Jesu in der Herzubringung von Sündern,