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Dibre Emeth · 1875-01-01 · 5-6 (1875) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
31 (1875)
Issue
5-6 (1875)
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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86 als ein armer Sünder am Fuße des Kreuzes niederzuwerfen. Eine Unterredung, die ich noch mit ihm hatte, versprach sogar viel von einem Manne, der vorher nichts von dieser Sache Hören wollte. Dies war zum letzten Male, daß ich seine Stimme vernahm; eine heftige Krankheit, welcher bald eine gänzliche Erschöpfung folgte, kam zum Ausbruch. Ich ließ mich in größter Eile in jene Wohnstätte des Unglücks bringen, wo ich meine arme Mutter und Schwester schon beschäftigt fand, ihm Handreichung zu thun. Er athmete noch, war aber ohne Bewußtsein; und nachdem ich auf den Knieen vor diesem Sterbebette meinen Schmerz in meines Gottes Herz ausgcschüttet und meine flehentlichen Gebete für das Heil meines armen Vaters zu ihm hinaufgeschickt hatte: wie groß war nicht mein Erstaunen, als ich in dem Augenblick, wo er den letzten Seufzer ausstieß, mich wieder erhob, meinen geliebten Bruder mir zur Seite niedergeknict zu finden." Der Vater war gestorben, der Oheim folgte ihm, nun erkrankte auch der Bruder. Seelenkämpfe hatten seine Kraft gebrochen. Welcher Art dieselben waren, das sollen die letzten Stunden offenbaren. Als der getaufte Bruder an seinem Sterbetage neben ihm stand, so erzählt derselbe, „da sprach der Kranke zu mir mit starker Stimme, aber mit einem ganz besondcrn Tone: „ „Rufe, rufe meine Mutter, rufe meine Schwester, ich sterbe, aber ich glaube an Gott Vater, Sohn und heiligen Geist, ich glaube an Jesum Christum, meinen Heiland; er ist der Herr, der König der Könige. Alle müssen zu ihm kommen: Europa, Asien, Afrika und Amerika gehören ihm; er muß herrschen auf der ganzen Erde: man verkündige in der Synagoge, daß ich in seinem Namen gestorben bin!" " Bald darauf verschied er, am vierten Jahrestage der Taufe des älteren Bruders. „Bei der Nachricht von dem Hinscheiden meines Bruders fiel eine Muhme, meiner Mutter Schwester, tobt nieder, und wenige Wochen nachher starb eine Schwester meines Vaters plötzlich in meinen Armen; so daß ich gleichzeitig um fünf meiner nächsten Verwandten trauerte. — Nach diesen kummervollen Tagen gefiel es dem Herrn, mir auch heitere zu schenken, und späterhin gab er mir in seiner Liebe eine christliche Gefährtin, und liebe Kinder, über welche der Name Gottes des Vaters, Sohnes und heiligen Geistes angcrufen worden ist. Für sie, die das Glück unserer Verbindung

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