Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 31 (1875)
- Issue
- 5-6 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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83 »nithigt vor uuserm Gott und ihm ein aufrichtiges Bekenntniß seiner Sünden thut, gewiß, in Gnaden ausgenommen zu werden: ich fordere Sie auf, ernstlich daran zu denken; und wenn Sie als Israeliten mit Reue über Ihr sträfliches Vorhaben sich demüthigen, so werden Sie Vergebung bei unserm Gott finden." Wir waren gerührt, lebhaft gerührt über seinen Eifer; wir erinnerten ihn aber, daß in jedem Falle nur das Blut des Messias uns von allen Sünden reinwaschen könnte. — Vor seinem Weggehen sagte er noch die bemerkenswerthen Worte zu uns: „Wohlan, meine Herren, ich habe gethan, was ich für meine Pflicht hielt; nun wir uns aber trennen, vielleicht um uns nie wieder zu sehen, darf ich Ihnen nicht verhehlen, daß ich Gott danke, noch in unfern Tagen Personen gefunden zu haben, welche an die Bibel glauben". — Hierauf schieden wir von einander, nicht ohne Rührung von beiden Seiten. Ich habe ihn nur ein einziges Mal seitdem, und dies viele Jahre nachher, wieder getroffen, nämlich an dem Sterbebett meines armen Oheims; aber er wollte sich nicht vor mir sehen lassen und verbarg sich hinter die Bettvorhänge. Endlich war der Augenblick gekommen, wo ein entschiedener Entschluß gefaßt werden mußte; ich vermochte es nicht über mich, länger zu zögern. Mein Freund, dessen Lage eine ganz andere als die meinige war, und der fast gar keinem Widerstand begegnete, da sein Vater gestorben war, ehe noch unser Geheimniß bekannt wurde, würde lieber noch einige Zeit gewartet haben; weil aber mein Entschluß gefaßt war, so vereinigte er sich mit mir, und ich eröffnete meiner Familie mein Vorhaben. — Man wollte, ich sollte es verschieben, oder wenigstens mich nach Deutschland oder anderswohin begeben. Vielleicht hätte ich diesem Wunsche nachgeben sollen; aber die Besorgnisse, es möchte aussehen, als schämte ich mich des Schrittes, den ich vorhatte, ließen mich jeden Vorschlag der Art zurückweisen. Wir gaben blos die Zusage, uns nicht in der Stadt, wo unsere beiden Familien wohnten, und gleichsam im Angesichte unseres Oheims, taufen zu lassen, welcher Letztere an der Spitze einer Behörde stand, die vom Könige beauftragt war, für die Angelegenheiten der Israeliten in ganz Holland Sorge zu tragen. Unsere Wahl fiel natürlich auf die Stadt Leyden, welche in unseren Seelen so wohlthuende Erinnerungen zurückgelassen hatte, und wo jener geliebte und verehrte Professor mit seiner würdigen 6*